Freitag, 12. April 2013

Das Biermuseum in der Altstadt


Was verbindet die Bayern mit den Ägyptern und was hat das mit dem beliebten Nationalgetränk zu tun, das seit dem Reinheitsgebot nur aus Hopfen, Malz und Wasser bestehen darf? Dies ist noch einiges mehr erfährt man im Biermuseum, untergebracht in einem der ältesten Bürgerhäuser  Münchens. Dort ist die Entstehungsgeschichte des begehrten Hopfensaftes in Film, Dokumenten, Bildern und Anschauungsstücken dargestellt. Außerdem wurde das Oktoberfestmuseum integriert, in dem man sich einen Überblick über die bunte Welt der Wies`n  von der Hochzeit Ludwig I. mit der Prinzessin Theresia von Sachsen-Hildburghausen bis hin zum größten Volksfest überhaupt verschaffen kann. Die Werbekampagnen und Jux-Gruß-Postkarten der letzten Jahrzehnte geben nicht selten Anlass zum Schmunzeln.

Während des Rundgangs trifft man auf allerlei Zubehör rund um das Gebräu

Das Gebäude, in dem sich das Museum befindet, zählt zu den ältesten Bürgerhäusern Münchens und stammt noch aus dem Jahr 1340. Allein das Haus mit seinen verwinkelten Zimmern und Balken ist schon einen Besuch wert. Bemerkenswert sind vor allem die Gewölbemalereien  und die originale offene Feuerstelle, die so genannte Schwarze Kuchl. Das Haus besitzt auch noch eine der wenigen  Himmelsleitern, eine Münchner Besonderheit. Die Treppe führt über einen gesonderten Eingang vom untersten Stockwerk geradewegs hinauf in Räume ganz oben.

Man sollte nach Möglichkeit dem vorgegebenen Rundgang folgen. Das Gebäude ist fast wie ein Labyrinth in sich verschachtelt, von außen möchte man gar nicht vermuten, dass sich so viele Räume darin verbergen. Außerdem sind die Türen der damaligen Zeit entsprechend teilweise etwas niedrig, also rechtzeitig den Kopf einziehen.

Die Ausstellung zeigt zahlreiche Vitrinen mit verschiedenen Bierkrügen, diverse Getreidesäcke, Bierkästen und allerlei Gegenstände, die zur Herstellung benutzt wurden. Beschrieben werden die einzelnen Stücke auf informativen Tafeln über die Herstellung des Bieres nach dem Reinheitsgebot, das zunftische Brauwesen, die verschiedenen Bierarten und Brauereien. Daneben befinden sich zahlreiche historische Dokumente und Bilder. Außerdem erhält man nähere Informationen über die so genannten „Bierbarone“, die Anfang des 19. Jahrhunderts den Wandel von der handwerklichen Tradition zur industriellen Produktion im Brauwesen initiierten.

Die eiserne  Eiszange am Anfang des Rundganges wirkt auf den ersten Platz etwas deplaziert. Dennoch wurde sie zum unentbehrlichen Werkzeug für die Bierbrauer. Man wollte die Herstellung des Bieres nicht mehr vom Wetter abhängig machen und suchte nach Möglichkeiten, dieses möglichst lange kühl zu halten. Mangels elektrischer Kühlschränke (die waren noch nicht erfunden) und dem nach dem Reinheitsgebot verbotenen Zusatz von Haltbarkeitsmitteln entschloss man sich zur Natureiskühlung. Anhand des Modells eines Lagerkellers mit Kältemaschine aus der Zeit um 1880 wird dargestellt, wie die Brauereien ihr kostbares Gut lagerten. An den Isarhängen entstanden damals zahlreiche dieser Bierkeller, in denen unterirdisch  das Bier gelagert wurde und darüber riesige Eisklötze zumindest einige Monate für die nötige Kälte sorgten. Im Winter wurden die riesigen Eisblöcke aus den Seen herausgeschnitten und mit Hilfe der Eisenzange herausgehoben.  

Der kunstvoll gefertigte Hopfenhut in einer Vitrine wurde früher sozusagen als Lockmittel vor die Gaststätten gehängt. Passanten konnten daran erkennen, dass in diesem Haus frisches Sommerbier angeboten wird. Der vermeintliche „Davidstern“ daneben ist eigentlich ein Sechsstern, das Zunftzeichen der Brauer. In der Ausstellung wurden auch verschiedene historische Wirtsräume eingerichtet, darunter ein traditioneller Bierausschank mit Fass, Schankstuhl und Eisenbiertragerl.

Die wertvolle Zunftlade aus dem 17. Jahrhundert enthielt alle wichtigen Papiere der Brauzunft, bis heute erneuern alle neuen Direktoren der Münchner Brauereien ihren Eid auf das Reinheitsgebot vor der Lade, die Gesellenbriefe für die neuen Braugesellen werden aus ihr überreicht

Zu den Ausstellungsstücken zählt auch ein tönerner „Keferloher Krug“. Durch seine Herstellungsart war er besonders dafür geeignet, den kostbaren Inhalt kühl zu halten, ab 1892 wurde das tönerne Gefäß immer mehr durch Glaskrüge ersetzt. Die darüber hinaus ausgestellten 1-Liter-Maßkrüge zum Oktoberfest sind begehrte Sammlerstücke, da die Krüge jedes Jahr mit den aktuellen Motiven bedruckt werden. Allerdings ist das Sammeln direkt am Tatort Oktoberfest natürlich nicht erlaubt, man kann die Krüge aber käuflich erwerben.

Der Besuchermagnet ist zweifelsohne das Oktoberfestmuseum im dritten Stock

Die Fans des berühmten Volksfestes erhalten hier umfangreiche Informationen über die Entstehungsgeschichte der Wies`n, die sich von einem Pferderennen mit kleinem Vergnügungsfest für die Bürger anlässlich der Hochzeit Ludwig I. mit der Prinzessin Theresia von Sachsen-Hildburghausen 1810 zum weltberühmten Mega-Event entwickelt hat. Gezeigt wird im Museum auch die Fahne des Kronprinzen Ludwig, wie sie anlässlich seiner Hochzeit gefertigt wurde. Sie ist mit seinem  Motto für das ursprüngliche Fest bestickt: „Volksfeste freuen mich besonders. Sie sprechen den Nationalcharakter aus, der sich auf Kinder und Kindeskinder vererbt.

Einige Darstellungen zeigen die phantasievollen Bierzelte mit Türmen und Erkern in der Zeit um 1910. Die aufwändig gestalteten „Bierburgen“ mit Klappstühlen und Tischen im Inneren  mussten mittlerweile den einfacheren Bierzelten weichen. Über sechs Millionen  Oktoberfestbesucher, die mittlerweile jährlich auf die Wies`n strömen und rund fünf Millionen Liter Bier zu sich nehmen, hätten in diesen altertümlichen Gebilden längst schon keinen Platz mehr. Der Münchner Komiker Karl Valentin behauptete allerdings, dass die Leut` so recht übertreiben würden mit der viel besuchten Wies`n. Als er sie einmal besucht hat, hatte er keine Menschenseele angetroffen. Nach eingehender Diskussion erklärte man ihm nun, dass mit der Wies`n das  Oktoberfest auf der Theresienwiese gemeint sei, nicht die Theresienwiese selbst. Man müsse die Wies`n im September besuchen, nicht etwa im Dezember. Im Dezember ist es also auf jeden Fall zu spät, aber auch Mitte Oktober wird man nur noch den Abbau der Wies`n  beobachten können. Witterungs bedingt beginnt das größte Volksfest der Welt mittlerweile im September, der Name Oktoberfest ist ihm aber geblieben.

In Vitrinen werden wertvolle Bierkrüge aufbewahrt, an den Wänden befinden sich Oktoberfestplakate aus den verschiedenen Jahrzehnten. Die Sammlung der Bierkrüge zeigt ebenfalls die unterschiedlichen Jahresmotive. Die Krüge auf dem Bierfest werden jährlich mit dem Motto des Bierfestes bedruckt. Alte Witzige Grußkarten, die von den Besuchern verschickt werden konnten an diejenigen, die zu Hause bleiben mussten. Eine  weitere Vitrine enthält  die begehrten Pokale, die man in den Jahren um 1900 beim Hochradfahren, Pferderennen oder Adler-Schießen ergattern konnte. Ein Hauch von Nostalgie schwebt über dem  Karussellpferd von 1910.

Darüber hinaus gibt es Informationen und Bildwerke über einige berühmte Wies`n Wirte wie z.B. dem bayerischen Herkules, dem Gewichtheber Steyrer Hans, der von 1879-1906 ein Zelt auf dem Oktoberfest betrieben hatte und dort Darbietungen seiner athletischen Leistungen zur Schau stellte.


Im vierten Stock informiert ein mit Bierbänken bestücktes Kino über die Geschichte des Bieres von der Völkerwanderung bis zu den Klöstern

Bereits als die Menschen sesshaft wurden, entdeckten sie die Nutzung des Getreides als Grundnahrungsmittel. Dazu gehörte das Brot, aber auch die Herstellung eines Sudes aus  gebackenem Brotteig, das Brotbier. Die ersten Bierrezepte schrieben also die Völker am Nil bereits vor 5000 Jahren, die Bierbrauer der Antike waren somit eigentlich Bäcker. Als Geschmacksverstärker dienten damals in erster Linie noch Datteln, die dem Sud des in Wasser eingelegten Brotteiges beigemischt wurden.

Auch bei den Germanen und Kelten galt Bier als wichtiges Grundnahrungsmittel. Bis ins Mittelalter wurden allerlei  Zusätze wie Tollkirsche oder Bilsenkraut beigegeben. Den sich ergebenden Rauschzustand schrieb man den Zauberkräften der Kräuter zu, später dann göttlicher Einwirkung. In den Klöstern erforschte man die Wirkung der Pflanzen und fand dabei heraus, dass Hopfen die Haltbarkeit und den Geschmack des Bieres verbessert.  Seit 1516 gibt es das Reinheitsgesetz, welches die Inhaltsstoffe regelt und besagt, dass sich im darin nur Hopfen, Wasser und Malz befinden sollen.

Im Gebäude befindet sich auch das Museumsstüberl, in dem man, nachdem man sich nun theoretisch über das bayerische Nationalgetränk informiert hat, auch die praktische Seite ausprobieren kann. In den historischen Räumen gibt`s dazu auch bayerische Brotzeit und echte Wirtshausatmosphäre. Das angebotene Bier stammt aus der Augustiner Brauerei, einer der ältesten Brauereien Münchens, sie beglückt die Münchner seit 1328 bis heute mit dem nach dem ältesten Lebensmittelgesetz gebrauten Grundnahrungsmittel.  In Massen genossen, nicht in Maßen braucht man übrigens keinerlei schlechtes Gewissen beim Verzehr des alkoholischen Getränkes haben. Die Nutzung des Hopfens als Schlaf- und Beruhigungsmittel wird in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund gestellt. Der Hopfen gilt sogar als Arzneipflanze des Jahres 2007.






Rundgang um den Königsplatz


Das Münchner Kunstareal


Einblicke in die Welt der Urzeit bis hin zur Gegenwart gewährt der Rundgang rund um den beeindruckenden Königsplatz. mit seinen Tempelgebäuden und Gemäldesammlungen. Urzeitfossilien, antike Sammlungen, Kristalle sowie Bilder aller Stilrichtungen aus verschiedenen Kunstepochen sind zu bewundern. Im überreichen Angebot an Ausstellungen in dieser Gegend dürfte also für jeden etwas dabei sein.

Im U-Bahn-Zwischengeschoß Station Königsplatz ist der Kunstbau, eine Unterabteilung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus untergebracht, dort finden Wechselausstellungen statt. Beim Auftauchen aus dem Untergrund könnte man meinen mit der U-Bahn durch die Zeit gereist und nun im alten Griechenland gelandet zu sein.  Die mächtigen Propyläen erheben sich direkt vor uns und dienen als Toreingang zum antiken Tempelbezirk. Sie wurden denen der Akropolis in Athen nachgebaut und sollen an den griechischen Freiheitskampf 1862 und den Wittelsbacher König Otto von Griechenland  1862 erinnern. Die Reliefs im Giebel zeigen Kampfszenen der Griechen gegen die Türken und die Huldigung für König Otto, den Sohn König Ludwigs I. Wir lassen dieses mächtige Gebilde jedoch zunächst noch links liegen. Gegenüber der U-Bahn-Station an der Ecke Luisenstraße/Brienner Straße versteckt sich eine sehenswerte Villa im Stil der Renaissance, welche dem Maler Franz Lenbach bis zu seinem Tod 1904 als Wohnhaus diente. Heute ist darin die Städtische Galerie, eine Kunstsammlung bedeutender Maler des 19. Jahrhunderts. Darunter werden auch viele  Gemälde des Blauen Reiter gezeigt. Außerdem kann man noch einige original erhaltene Räume des Malerfürsten besichtigen.

In einer Seitenstraße der Luisenstraße hinter dem Lenbachhaus, in der Richard-Wagner-Straße 10, ist die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie mit einer der bedeutendsten Ansammlung fossiler Pflanzen und Tiere aus Bayern, darunter Fossilien von Dinosauriern, eines Mammutbaumes und Urriesenelefanten. Passend dazu gibt`s in einer weiteren Seitenstraße, in der  Steinheilstraße, ein stadtbekanntes Lokal, das Restaurant Steinheil. Dort gibt es wunderbare Elefantenohren zu speisen. Es handelt sich dabei natürlich nur um einen Spitznamen für die überdimensionalen Wiener Schnitzel, die man hier zu verträglichen Preisen serviert bekommt. Die Verlängerung der Brienner Straße stadtauswärts führt zum Volkstheater in der Brienner Straße 50. Die Prachtstraße wurde als Fürstenweg zwischen der Residenz und dem Schloß Nymphenburg angelegt.

Wir schreiten jetzt  durch die dorischen Säulen der Propyläen und tauchen ein in die Welt König Ludwigs I., des ehrgeizigen Kunstliebhabers,  der mitten in München ein Stück Griechenland aufleben ließ. Er war auch der Initiator der prunkvollen Ludwigstraße  und schuf  bei seinem Vorhaben, München in ein Isar-Athen zu verwandeln, bereits in seiner Funktion als Kronprinz den Königsplatz. Auf der linken und rechten Seite sehen wir zwei Museumsgebäude in Form eines Tempels. Das linke davon ist die Glyptothek mit einer bedeutenden Sammlung antiker Skulpturen. Sie war das erste Museum in Deutschland, welches der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Von den Münchnern, die über so neumodische Bauten damals nur den Kopf schüttelten wurde sie  verständnislos das „Narrische Kronprinzenhäusl“ genannt. Im Innenhof und im Saal der Sphinx  ist ein wunderbar ruhiges Cafe zum Genießen und Träumen von sehr alten Zeiten. Gegenüber dem Kronprinzenhäusl befindet sich die Antikensammlung, eine Sammlung antiker Kleinplastiken, auf denen unter anderem auch zahlreiche Szenen aus dem Krieg um Troja dargestellt werden.

Am anderen Ende des Königsplatzes angelangt, befinden wir uns auf einem Areal, das an die weniger glanzvollen Zeiten Münchens erinnert. An die Zeit als Adolf Hitler München zur Hauptstadt der Bewegung erhob.  Hier kreuzen die Meisterstraße und die Arcisstraße die Brienner Straße. Rechts das mächtige Gebäude an der Ecke in der Meisterstraße 10 diente  als Sitz der NSDAP-Verwaltung und beherbergt heute die Grafische Sammlung, die zu den bedeutendsten in Deutschland zählt. Man findet hier Einblattholzschnitte und Kupferstiche aus dem 15. Jahrhundert, darunter Skizzen von Dürer und Rembrandt sowie Zeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts. An der linken Ecke der Kreuzung  in der Arcisstraße 10  ist der  ehemalige Führerbau, in dem am 29. September 1938 das Münchner Abkommen unterzeichnet wurde. Heute beherbergt es die Hochschule für Musik und das Haus der Kulturinstitute. Beide Gebäude sind original erhalten und galten als Musterbauten nationalsozialistischer Architektur. Für die Bauten, über deren Ästhetik man sich streiten kann, mussten  einige bedeutende Adelspaläste weichen. Der Königsplatz wurde im Rahmen der Umgestaltung von den Nationalsozialisten durchgehend gepflastert, was ihm bei den spitzfindigen Bürgern sofort den Spitznamen Plattensee einbrachte. Dieses vergleichsweise  geringfügige Vergehen der Nationalsozialisten wurde mittlerweile wieder rückgängig gemacht.

An  den Ecken der Kreuzungen standen einst die Ehrentempel, die jedoch 1947 von den Amerikanern gesprengt wurden.  Zwei Sockel erinnern noch an die Stellen, an der die Nationalsozialisten den Sarkophagen  ihrer 16 gefallenen „Helden“ huldigten, die im Zusammenhang des an der Feldherrnhalle gestoppten Hitlerputsches von 1923 getötet wurden. Außerdem informiert eine Tafel an der Ecke Arcis/Brienner Straße über die braune Vergangenheit des Königsplatzes und seiner Umgebung.

Vom Königsplatz aus geht es nun links weiter in die  Arcisstraße hinein bis zur Theresienstraße. Dort biegen wir  rechts ab, um zur alten Pinakothek, Postanschrift Barer Straße 27,  zu gelangen. Der Eingang in das Gebäude im Stil eines italienischen Palastes  befindet sich in der Theresienstraße. Sie enthält über 10000 Gemälde bedeutender europäischer Maler vom 15. bis 18. Jahrhundert. Direkt gegenüber ist der Eingang zur Neuen Pinakothek, einem Erkerbau im mittelalterlichen Stil, Postanschrift Barer Straße 29, mit einer Ausstellung europäischer Malerei des 19. Jahrhunderts. An der Ecke gegenüber in der Theresienstraße 41 der Sitz der Mineralogischen Staatssammlung. Die Dauerausstellung Reich der Kristalle führt die faszinierenden Gestalten, die Eigenschaften und den Farbenreichtum der Mineralien vor. Im Jahr 2008 soll dahinter das Museum Brandhorst, eine Sammlung Moderner Malerei und Kunst des 20. Jahrhunderts, eröffnet werden.

Wir folgen der Theresienstraße bis zur Türkenstraße, die ihren Namen von den Kriegsgefangenen hat, die 1863-1888 hier untergebracht waren und den Kanal vom Nymphenburger zum Schleißheimer Schloss erbauen mussten. Rechts stadteinwärts stößt man auf das Türkentor, das zu einer  Ausstellungsplattform für Kunst umgebaut werden soll. Das moderne Gebäude an der Ecke Türkenstraße/Gabelsberger Straße ist die Pinakothek der Moderne, Postanschrift Barer Straße 40. In der Türkenstraße 4, im ehemaligen Palais Dürckheim entsteht das Zentrum für Kunstvermittlung.

Die Türkenstraße mündet wieder in die Brienner Straße, die stadteinwärts, also von uns aus gesehen links, vorbei am Platz der Opfer des Nationalsozialismus mit einer ewigen Flamme führt. Wenige Meter davon entfernt befindet sich ein Bodendenkmal für die Zigeuner, die 1943 nach Auschwitz gebracht wurden. Eine Gedenktafel am Bau der Bayer. Landeszentralbank Brienner Str. 20 weist auf das Wittelsbacher Palais hin, ehemals Gestapozentrale. In dem Gebäude wurden später die Vernehmungen und Vorbereitungen für die Überführung in das Konzentrationslager Dachau bearbeitet.

Wir folgend jedoch der Brienner Straße rechts wieder stadtauswärts in Richtung des großen Obelisken, der von hier aus bereits zu sehen ist. Dieser wurde 1833 zur Erinnerung an die 1812 im Russlandfeldzug Napoleons 30.000 gefallenen Bayern errichtet.  Das Erz wurde aus den Kanonen der gesunkenen türkisch-ägyptischen Kriegsschiffe in der Seeschlacht von Navarine 1827 gewonnen. Der Platz, auf dem der Obelisk steht, ist der Karolinenplatz, der nach König Max I. Joseph und seiner Frau Karoline benannt wurde. Als Bayern zum Königreich erklärt wurde, musste den gestiegenen Ansprüchen Rechnung getragen werden. Rund um den Karolinenplatz findet man daher auch heute noch großzügig angelegte Adelshäuser.

Das Haus Karolinenplatz 4 ist das ehemalige Kronprinzenpalais, heute Sitz der Staatl. Lotterieverwaltung, der Sparkassenverband Bayern residiert im ehemaligen Palais Hompesch Karolinenplatz 5. Das Gebäude wurde 1812 nach dem Vorbild der Villa Rotonda erbaut und befand sich später im Besitz des Prinzen Georg von Bayern. Das Haus im Biedermeier-Stil am Karolinenplatz 5 a wurde  1902 von Karl Fischer erbaut. Am Karolinenplatz 3 ist das America-Haus, ein Ort an dem sich der entfernte Kontinent und Bayern begegnen können. Es finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Die Max-Joseph-Str. zweigt vom Karolinenplatz ab. In Haus Nummer 9 ist das Palais Schrenck-Notzing nach einem Entwurf Gabriel von Seidls 1904 erbaut und heute im Besitz des Generalsekretariats des Bayerischen Bayernverbandes. Am Karolinenplatz residierte auch die Tänzerin Lola Montez, die später einen nicht unerheblichen Anteil an der Abdankung König Ludwigs I. hatte

Wir folgend der Brienner Straße weiter stadtauswärts wieder in Richtung Königsplatz. Auf der rechten Straßenseite zwischen Karolinenplatz und Königsplatz befanden sich noch Reste des braunen Hauses, der Parteizentrale in München. Heute ist davon nichts mehr zu sehen.

An der Meiserstraße angelangt biegen wir jetzt links ab bis zur Karlstraße und folgen dieser nach  rechts. Etwa auf halber Höhe der Straße liegt die Kirche St. Bonifaz, in der sich die Grabstätte König Ludwigs I. und seiner Gemahlin Therese befindet. Deren Hochzeit gab ja bekanntlich den Anlass zur Gründung des heutigen Oktoberfestes.  Die fünfschiffige Basilika wurde im Krieg schwer beschädigt und wiederaufgebaut. Die Karlstraße stößt dann wieder auf die Luisenstraße, an deren Verlauf auf der rechten Seite bereits wieder die Propyläen zu sehen sind.


Sightseeing im Zentrum der Queen aller Städte in Bayern - München


Rundgang durch das Zentrum der Weißwurstmetropole

Ein bisschen München, das Wichtigste auf einen Tag

Nicht viel Zeit, sich München anzuschauen? Jammerschade. Keine Sorge, die wichtigsten Anlaufpunkte im Zentrum der Stadt mit der grünen Lunge oder der Isarmetropole, wie die Hauptstadt Bayerns oft genannt wird,  werden hier anvisiert. Dabei jagt eine Attraktion die nächste, die  Wahrzeichen liegen in der Weltstadt mit Herz ziemlich dicht beieinander. Die Feldherrnhalle, deren Erwähnung durch den Marsch Adolf Hitlers und spätere Verwendung zu Propagandazwecken zu Unrecht einen negativen Beigeschmack erhalten hat, die Theatinerkirche als erste Barockkirche diesseits der Alpen, die Münchner Residenz, Sitz der bayerischen Könige und Fürsten, die Peterskirche, von den Münchnern liebevoll der Alte Peter genannt oder  die berühmte Frauenkirche mit ihren Doppeltürmen. Die verführen übrigens zu einer optischen Täuschung; sie sind nämlich nicht gleich hoch. Das Frische-Paradies Viktualienmarkt sowie das Postkartenmotiv des Münchner Marienplatzes mit dem Alten und Neuen Rathaus und der Mariensäule liegen überdies direkt auf dem Weg. Dazu gibt es noch zahlreiche Hinweise auf Details, die im Vorbeigehen durchaus einen Blick wert sind sowie für Glücksuchende einige Tipps. Außerdem kann der  Rundgang problemlos mit weiterführenden Rundgängen um einige Stunden oder sogar Tage  erweitert werden, zu sehen gibt es in Bayerns Hauptstadt allemal genug.

Bella Italia lässt grüßen - der Odeonsplatz


Der Rundgang durch das historische München beginnt am Odeonsplatz, er ist  mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von den P+R Parkplätzen am Stadtrand, vom Hauptbahnhof oder vom Marienplatz aus gut zu erreichen. Steigt man die Treppen der U-Bahn-Station nach oben,  zeigt sich der Odeonsplatz von seiner schönsten Seite. Vom Ende der Ludwigstraße her erreicht er  beinahe die Faszination des  Markusplatzes in Venedig. Das nach vorne geöffnete Areal wird an drei Seiten umrahmt von monumentalen Bauten. Lange Zeit flossen zwar durch die Münchner Altstadt noch zahlreiche Bäche, heute nähert man sich dem im italienischen Stil gestalteten Eingang zur Fußgängerzone von der verkehrsreichen Prachtstraße König Ludwigs I. Die Ludwigstraße ist ebenso breit wie der Kanale Grande und wird gesäumt von beeindruckenden klassizistischen Bauten. Direkt in der bayerischen Landeshauptstadt befindet man sich nun an einer Piazza begrenzt von der mächtigen Feldherrnhalle, der goldgelben Theatinerkirche im Stil des italienischen Barock und den Hofgartenarkaden mit den Gebäuden der Residenz im Anschluss. Der Odeonsplatz erhielt seinen Namen nach dem Odeon, einem  unter König Ludwig I. im Jahr 1825 hier errichteten Ballsaal, der eine hervorragende Akustik besessen haben soll.

Den ersten Blick zieht unweigerlich die den Platz beherrschende große Bogenhalle, die Feldherrnhalle auf sich.  Die offene Halle wurde 1841-1844 von Friedrich von Gärtner nach dem Vorbild  der Loggia die Lanzi in Florenz erbaut. Den Aufgang zum Denkmal für die bayerische Armee bewachen zwei bayerische Löwen, von denen einer allerdings ein preußischer sein soll, weil er seinen Mund so weit aufreißt. Der andere, mit dem geschlossenen Mund ist dagegen eindeutig ein Bayer. Von den beiden Denkmälern, die den großen Bayerischen Feldherren Graf von Tilly, Feldherr der katholischen Liga und Karl Philipp Wrede, Sieger gegen die Franzosen im Jahr 1814 gewidmet wurden, behaupteten böse Zungen, der eine sei kein Bayer gewesen, der andere kein Feldherr.

Die Theatinerkirche, übrigens die erste Kirche diesseits der Alpen im italienischen Baustil,  wurde von Kurfürst Ferdinand Maria und seiner Gattin Henriette Adelaide von Savoyen anlässlich der Geburt von Max Emanuel 1662 in Auftrag gegeben und erst 1768 fertig gestellt.  In ihr befinden sich Grabmäler einiger Wittelsbacher Herrscher, allerdings nicht das des Märchenkönigs Ludwig II., der liegt in der Kirche St. Michael in der Neuhauser Straße.  

Hinter der  großen Mauer gegenüber der Theatinerkirche sind die Hofgartenarkaden mit einem großen Toreingang. Dahinter verbirgt sich der Hofgarten, der den Auftakt zum bekanntesten Münchner Park, dem Englischen Garten, bildet.

Schreiten auf des Königs Wegen

Links und rechts von der Feldherrnhalle führen zwei Parallelstraßen in Richtung Stadtzentrum. Die Theatinerstraße, wie der Name schon sagt, führt auf der Seite der Theatinerkirche ins Zentrum, entlang der Fassade der Residenz gelangt man über die Residenzstraße  in die Stadtmitte. Eine kleine Verbindung zwischen den beiden Straßen hinter der Feldherrnhalle bildet die Viscardigasse, das so genannte Drückebergergasserl. Die unehrenhafte Bezeichnung, die diese von den Münchnern erhalten hat, hat jedoch mit dem Namensgeber, dem Erbauer der Bürgersaalkirche, zu der der Rundgang später noch führen wird,  nichts zu tun. Sie stammt aus der Zeit der Nationalsozialisten. Damals  mussten die Passanten an der Feldherrnhalle den Hitlergruß ausführen. Wozu die meisten Münchner übrigens keine Lust hatten. Sie umgingen die unangenehme Pflicht, indem sie einfach die Viscardigasse benutzten.

Folgt man der Residenzstraße links von der Feldherrnhalle am Seitentrakt des Residenzgebäudes, öffnen sich mehrere Eingänge zunächst in die Innenhöfe der Residenz, die fast schon eine eigene kleine Stadt ist. Hier gelangt man zum Cuvillies-Theater, einem der bedeutendsten Rokokotheater Deutschlands,  dem Neuen Herkulessaal, einem Konzertsaal  und zur Allerheiligen-Kirche. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass man den  kleinen  an den Eingängen aufgestellten Bronze-Löwen mutig in den Rachen fassen muss und dabei gleichzeitig die Daumen drücken, so soll man auf ewig vom Unheil verschont bleiben. Selbst beim Sport-Event des Jahres, dem München-Marathon hat sich ein Läufer die Zeit genommen, einen kleinen Schlenker zu machen, um im Vorbeilaufen den Löwen zu berühren.  

An der Rückwand der Feldherrnhalle in der Residenzstraße Nr. 27 befindet sich der ehemalige Palast des kurfürstlichen Oberstjägermeisters Graf Maximilian von Preysing. Er wurde 1723 bis 1728 von Joseph Effner erbaut, 1945 schwer beschädigt und wiederaufgebaut.
In der Perusastraße, einer weiteren Verbindungsstraße zwischen der Theatiner- und Residenzstraße, wurde 1810 ein Palast für den Grafen Montgelas errichtet, welcher 1876 um den oberen Stock erweitert wurde.

In der Residenzstraße 13 kann man eines der letzten Alt-Münchner Bürgerhäuser mit gotischem Innenhof aus der Zeit um 1500 bewundern. Im Haus befindet sich der ehemalige königliche Hoflieferant Eilles, der seit 1825 das Königshaus mit Kaffee, Tee oder Wein beglückte.   In der Nähe stand einst das Wohnhaus des Erasmus Grasser, der die berühmten Moriskentänzer für das Alte Rathaus gestaltet hat. Die 1480 geschnitzten Holzfiguren sind heute im Stadtmuseum München untergebracht.

Der Platz des beliebten König Max - der Max-Joseph-Platz


Am Ende der kurzen Residenzstraße erreicht man nun den  Max-Joseph-Platz, von dem aus man über den Haupteingang das Residenzmuseum mit wundervoller Innenausstattung und die Schatzkammer betreten kann,  der Tempelbau in der Mitte ist das Nationaltheater, das Gebäude auf der rechten Seite in der  Residenzstraße 2 der ehemalige Törring-Palast.  Der gesamte Platz wirkt ebenfalls sonderbar südländisch.  Auch  er wurde  von dem Kunst begeisterten König Ludwig I., der München in ein Isar-Athen verwandeln wollte, und seinem Architekten Leo von Klenze gestaltet.

Der überdimensionale bronzene Mann in sitzender Position im Zentrum des Platzes ist Max I. Joseph, ab 1806 erster Bayerischer König, der eine Aufstellung seines Denkmals in dieser Pose zu Lebzeiten sicher nicht genehmigt hätte. Er wünschte sich  ein Reiterstandbild, verstarb aber bevor dieses Projekt verwirklicht werden konnte. Das Denkmal wurde erst 1835 enthüllt.

Hinter dem Max-Joseph-Denkmal ist das Bayerische Nationaltheater. Max I. Joseph ließ für den Bau an dieser Stelle 1803 ein Franziskanerkloster abreißen. Als das Nationaltheater vor der Fertigstellung im Jahr 1823 abbrannte, hielt man es natürlich für eine Rache Gottes. Dennoch wurde es von Ludwig I. 1825 wiederaufgebaut, 1943 durch Bomben zerstört und 1963 restauriert.

Die Residenz wurde ab 1363 bis ins 19. Jahrhundert in verschiedenen Bauphasen errichtet und war bis 1918 Sitz der bayerischen Herzöge und Könige. Die Besichtigung ist aufgrund der zahlreichen Zimmer in einen Vormittags- und Nachmittagsrundgang unterteilt, wobei jeweils unterschiedliche Räume gezeigt werden. Zumindest einer der beiden ist fast schon ein Muss für jeden München-Besucher. Der so genannte Königsbau der Residenz, der den Max-Joseph-Platz flankiert, wurde ebenfalls von König Ludwig I. und seinem Hofarchitekten Klenze 1826-1835 erbaut. Dieser gestaltete auch das Gebäude gegenüber der Residenz, die offene Bogenhalle mit Freskenmalereien. Es war 1747-1758 von Ignaz Anton Gunetzrhainer für den kurbayerischen Minister Ignaz Felix Graf von Törring-Jettenbach errichtet worden und wurde dann zur Hauptpost umgebaut. Die Arkaden gestaltete man für den König im italienischen Stil, damit dieser von seinen Zimmern in der Residenz  mediterranes Flair genießen konnte.

Vorsicht ist geboten beim Gang durch die Dienerstraße. Man könnte leicht dazu verführt werden sich mit zahlreichen leckeren „Schmankerln“ einzudecken, was den weiteren Weg durch die wunderschöne Altstadt doch erheblich erschweren dürfte. Auf dem Rückweg entlang des Rundgangs gibt es später nochmals die Möglichkeit hier einzukaufen, vorausgesetzt man widersteht den vielfältigen Verlockungen in der Fußgängerzone. In der Dienerstraße 14-15 ist nämlich der auch aus der Fernsehwerbung bekannte Stammsitz des Hauses Dallmayr mit dem  Restaurant und Cafe, dem Dallmayr-Brunnen und sehr exklusiven kleinen Lebensmittelabteilungen. Den  Dallmayr Kaffee gibt es seit 1700. Bedient wird man hier sehr gut, was allerdings nicht bedeutet, dass die Dienerstraße ihren Namen davon hat. Der Name stammt vom Geschlecht der Diener, die hier im 14. Jahrhundert ansässig waren. Konrad Diener half 1340 Kaiser Ludwig dem Bayern bei der Verfassung der Stadtrechte.

Das Herzstück Bayerns -  der Marienplatz


Von hier aus gewinnt man schon den ersten Eindruck von dem gewaltigen Neuen Rathaus, besser gesagt von dessen Rückseite. Die Dienerstraße endet  direkt am Marienplatz vor dem Alten Rathaus, dem kleineren Gebäude mit dem Turm auf der linken Seite. Der Rathausturm war Teil des ersten Mauerringes aus dem 12. Jahrhundert und wurde nach der Stadterweiterung im 13. Jahrhundert als Talburgtor zum Wohnhaus umgebaut. Im zweiten Weltkrieg wurde es zerstört und nach der Gestaltung der Fußgängerzone 1972 wieder aufgebaut. Das spätgotische Alte Rathaus stammt aus dem 15 Jahrhundert vom Erbauer der Frauenkirche, Jörg von Halspach. Im ehemaligen Tanzsaal des Alten Rathauses befanden sich die bereits erwähnten Moriskentänzer des Erasmus Grasser. An der Ecke ist das große Kaufhaus Beck am Rathaus-Eck.

Von hier aus eröffnet sich der eindrucksvollste Blick  auf das Ensemble der Mariensäule vor dem Neuen Rathaus und dem Fischbrunnen mit den Frauentürmen im Hintergrund. Bereits seit 1310 darf der Platz nicht mehr bebaut werden. Der ehemalige Schrannenplatz heißt allerdings erst Marienplatz, seit der Getreidehandel 1854 in die Schrannenhalle verlegt wurde. Wie bereits während der Pest 1634 versammelten sich auch während der großen Choleraepedemie 1854 unzählige Bürger zum Bittgebet an der Mariensäule. Was lag näher, als ihm den Namen der Schutzpatronin zu verleihen.

Der Marienplatz ist noch heute Zentrum des Handels und nicht nur der Mittelpunkt Münchens, sondern von ganz Bayern. Die 11 Meter hohe Mariensäule mit der Bronzefigur einer Madonna ist die zentrale Ausgangsstelle für die bayerische Landesvermessung,  Sie wurde 1638 von Kurfürst Maximilian I. errichtet als  Symbol für die Dankbarkeit, dass die Stadt im Dreißigjährigen Krieg nicht von den Schweden zerstört wurde. Die  vier Putten am Fuß der Säule  bekämpfen die Plagen der Menschheit. Der Löwe symbolisiert den Krieg, der Drache den Hunger, die  Schlange steht für den Unglauben und  der Basilisk  für die Pest.

Das überwältigende neugotische Neue Rathaus wurde von 1867 – 1908 von Georg von Hauberrisser erbaut. Die Fassaden gestaltete man  mit  Wappen, Figuren und  Sagengestalten, auf der Turmspitze hat sich das Münchner Kindl niedergelassen. Im  85 m hohen Turm des Rathauses befindet sich das Glockenspiel,  zum dem die Besucher des Marienplatzes täglich aufschauen können. Es zeigt oben ein Turnier auf der Hochzeit des Herzog Wilhelm V. mit Renata von Lothringen im Jahr  1568, darunter tanzen Figuren den Schäfflertanz, mit dem  die Bürger 1517 nach der Pest wieder auf die Straße gelockt wurden. 




In den Fischbrunnen sprangen früher die Metzgerburschen am Ende ihrer Ausbildung,  heute wäscht am Aschermittwoch der Oberbürgermeister seinen Geldbeutel darin, um den Geldfluss auch im folgenden Jahr auf dem Laufenden zu halten. Bereits 1343 stand an seiner Stelle der  älteste der öffentlichen Münchner Brunnen.

Das Geburtshaus der Weißwurst bewirtet mittlerweile wieder die Gäste im Lokal und unter dem bayerischen Himmel direkt am  Marienplatz, der Name Cafe Glockenspiel am Marienplatz erklärt sich von selbst, wenn man den wunderschönen Blick auf die Sehenswürdigkeit von dort aus im Auge hat.  Einkehrmöglichkeiten gibt`s natürlich auch am hier, darunter das Gasthaus zum „Ewigen Licht“ mit Sitzplätzen direkt auf der Piazza, das Haus in dem die Münchner Weißwurst erfunden wurde oder das Cafe Glockenspiel. Der Name verrät schon, dass man von dort aus den besten blick auf das Glockenspiel im Neuen Rathaus hat.

Viktualien, die Energiequelle des Menschen - der Viktualienmarkt


Der Rundgang führt zunächst geradeaus weiter hinter dem Alten Rathaus rechts in den Viktualienmarkt hinein (die deutsche Übersetzung des lateinischen Begriffes Viktualie lautet Lebensmittel). Die Bronzefigur, die einem auf dem Weg gleich hinter dem Rathaus freundlich entgegen lächelt ist die Julia, der Verliebte oft Blumen in die Arme stecken. Sie ist ein  Geschenk der Partnerstadt Verona.  

Links von der Julia steht die Heiliggeistkirche, alles was vom Heilig-Geist-Spital aus dem Jahr 1208 übrig geblieben ist. Das Kranken- und Armenhaus wurde abgerissen, als der Lebensmittelmarkt 1807 vom Marienplatz hierher umzog. Der eingedeutsche Begriff Viktualie ist abgeleitet vom lateinischen victus, Nahrung, Lebensmittel. Eine andere lateinische Bezeichnung für Lebensmittel, Kostgeld wäre alimentum, ein Ausdruck der bei uns eine etwas andere Bedeutung gewonnen hat. Man kann sich vorstellen, was das vermutlich in Deutschland für eine Verwirrung anstiften würde, hätte man ihn  Alimentenmarkt genannt.  Bei den Italienern heißen die Lebensmittel übrigens alimento.

Angesichts der unzähligen Marktbuden weiß man gar nicht, was hier am besten riecht, die frischen Kräuter, die Blumen, die Honigwaren. Alles ist frisch, auch der Fisch, dessen Duft man allerdings mögen muss. Es heißt, es sei der einzige Platz in München, an dem sich die Händler für ihre Kunden Zeit nehmen, um das vielseitige Angebot von nationaler und internationaler Spezialitäten an den Mann zu bringen. Den Marktfrauen gehören die Verkaufsstände meistens bereits seit Generationen. Auf dem Platz zwischen den Brunnen, die für berühmte Münchner Volksschauspieler aufgestellt wurden, ist der Biergarten Viktualienmarkt. Zwischen den Marktbuden und Brunnenstatuen am Maibaum hängen die Schilder der Brauereien. Der Bierausschank ist hier gerecht verteilt, alle Münchner Brauereien kommen abwechselnd zum Zug. Für diejenigen, die nicht zu den Bierexperten gehören, zeigt ein Schild an der Schenke, welche Sorte des Hopfengetränkes gerade ausgeschenkt wird.  Am Ende des Viktualienmarktes steht die Schrannenhalle, heute ein Markt- und Veranstaltungsbau aus Glas.

Die Keimzelle der Stadt - St. Peter


Gegenüber der Heiliggeistkirche ist die so genannte Metzgerszeile. Die Fleischbänke wurden hierher verlegt, als 1315 König Ludwig IV. der Bayer den Markt freite, d.h. weitere Bauten auf dem Marienplatz nicht mehr genehmigte. Im Eder Moden, Viktualienmarkt Nr. 4, machte die Liesl Karlstadt, Partnerin des Komikers Karl Valentin ihre Ausbildung zur Verkäuferin, ist das Haar vom Münchner Wind zersaust gibt`s eine große Auswahl zum Frisieren beim Kamm Wenninger, Viktualienmarkt 3, Kunstgewerbe und bayerische Souveniers erhält bei Urban, Viktualienmarkt 3.

Schräg gegenüber von der Heiliggeistkirche führt hinter der Metzgerszeile eine kleine Gasse den Berg hinauf zum Petersbergl. Von einem Berg kann allerdings nicht die Rede sein, es handelt sich dabei vielmehr eher um eine kleine Bodenerhebung, die die erste Siedlung Münchens vor den Hochwassern der zahlreichen Stadtbäche schützte. Die große historische Bedeutung kann man dem Hügel nicht absprechen, hier hatten die Tegernseer Mönche, die der Stadt bei der Gründung 1158 ihren Namen gaben, seit dem 10. Jahrhundert ihren Standort. Das berühmte Münchner Kindl trägt ihren Mönchskittel, der Name München wurde abgeleitet von Munichen, bei den Mönchen. Etwas erhöht liegt die Terrasse des Cafe Rischart, von dem aus man einen sehr aufschlussreichen Ausblick auf die vorbeiströmenden Passanten hat. Bei längerer Beobachtung entwickelt man ein geschultes Auge für den Unterschied zwischen den gemächlich dahinschlendernden Bummlern, aufmerksamen Touristen und den Berufstätigen, die sich nur kurz ihre Mittagspause hier gönnen wollen. Darunter ist die Bäckerei Rischart, in der es bis Weihnachten 2007 noch Brot in besonderer Verpackung gibt. Auf den Tüten sind Informationen über alte bayerische Bräuche aufgedruckt. Am Petersplatz selbst stößt man auf  Bernies Nudelbrett, ein namhaftes Lokal, das sich auf Pizza und Nudelgerichte spezialisiert hat, das Alpenkräuter-Spezial-Haus auf besagtes Produkt  eingeschworen sowie die  Münchner Geschenkestuben, alle drei im Gebäude Petersplatz 8.

Die Kirche am „Gipfel“ des Berges ist St. Peter, die liebevoll der „Alte Peter“ genannt wird, ein weiteres Wahrzeichen München. Er ist älter als die Stadt selbst, wurde aber  1327 beim großen Stadtbrand bis auf den Turm zerstört und ab 1379-1386 im gotischen Stil wiederaufgebaut. Der Hochaltar im Kircheninneren gilt als einer der schönsten Süddeutschlands, beteiligt daran war der berühmte Meister des Barock, Egid Quirin Asam um 1730, die Figur des Hl. Petrus am Hochaltar stammt von Erasmus Grasser aus dem Jahr 1517.
Wenn man den 96 Meter hohen Turm hinaufgeklettert ist, kann man sich einen herrlichen Überblick über die Silhouette der Stadt verschaffen.

Vom Alten Peter gelangt man über die Straße Rindermarkt rechts stadteinwärts wieder zum Marienplatz, dem pulsierenden Stadtkern Münchens. Linkerhand ab dem Marienplatz  beginnt die eigentliche Fußgängerzone mit der Kaufinger Straße, die später in die Neuhauser Straße übergeht und letztlich am Karlstor (Stachus) endet. Aber: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Zeit zum Bummeln und Stöbern gibt es auf dem Rückweg, der wieder durch dieselbe Straße führt. Zunächst müssen partout noch ein paar Sehenswürdigkeiten näher betrachtet werden.

Eine kleine Stadt ganz groß - die Fußgängerzone


Ein paar Meter weiter, etwa auf Höhe des Kaufhauses Hirmer, zwischen Liebfrauenstraße und Augustinerstraße, kurz bevor die Kaufinger Straße in die Neuhauser Straße übergeht, wurde ein Grundriss in das Pflaster eingelegt, der sich vom Belag gegenüber gegenüber den restlichen Steinen abhebt. Eine Gedenktafel in den Arkaden des Gebäudes weist ebenso auf den Standort hin. Es handelt sich um den Umriss des ehemaligen Kaufinger Tores, welches 1807 abgerissen wurde. Das ehemalige Stadttor der ersten Stadtbefestigung wurde nach der Stadterweiterung als Wohnhaus genutzt und bemalt, wodurch es den Namen „Schöner Turm“ erhielt. Die Figur an der Hausecke Kaufinger/Augustinerstraße hat eine ganz schwere Last auf sich genommen. Die Figur trägt ein Modell des Turmes. Nicht ohne Grund handelt es sich um eine Darstellung eines Goldschmiedes, der der Sage nach im Schönen Turm seine Werkstatt betrieben hat. Eines Tages verschwand ein wertvoller….. Als sich herausstellte, dass der Dieb in Wirklichkeit eine Elster gewesen ist, die das glitzernde Ding in ihr Nest mitgehen hat lassen, war es für den armen Mann jedoch bereits zu spät. Er war seiner „gerechten“ Strafe zugeführt worden. Bedenkt man, dass die Entfernung des ehemaligen Stadttores zwischen dem Alten Rathaus und dem Schönen Turm nur 200 Meter beträgt, kann man sich vorstellen, wie klein München zur Gründerzeit gewesen ist.

Rund um die Frauenkirche


Über die Augustinerstraße, die rechts von der Kaufinger Straße abzweigt, gelangt man zum wohl berühmtesten Wahrzeichen Münchens, der Frauenkirche. Die berühmten Doppeltürme, die zur markanten Silhouette der Stadt beitragen, wirken von unten betrachtet wie eineiige Zwillinge. Ob sich da jemand vermessen hat, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass die beiden Türme den Betrachter zur Täuschung verleiten. Man hat festgestellt, dass zwischen den beiden sage und schreibe ein Höhenunterschied von einem Meter besteht. Von unten fällt das allerdings nicht auf und auch nicht auf den Postkartenmotiven, Bierkrügen und T-Shirts den sonstigen beliebten Souvenirs auf denen die Türme mit den welschen Hauben abgebildet sind.
Die Kirche wurde 1468 unter Herzog Sigismund als zweite Pfarrkirche neben dem Alten Peter
erbaut. Im Inneren befindet sich das kolossale Grabdenkmal Ludwigs des Bayern, dem eigentlich als vom Papst mit dem Kirchenbann Belegter gar kein Begräbnisort in einer Kirche zugestanden hätte. Die Münchner scherten sich jedoch nichts darum und ließen ihren Kaiser ungeachtet dessen hier bestatten.Der Frauenplatz ist ein gemütlicher kleiner Platz. Hier ziehen tatsächlich die Winde des Teufels durch, was allerdings vor allem im Sommer einen angenehmen Lufthauch in der Stauhitze der Stadt sorgt. Etwas abgeschieden vom Trubel in der Fußgängerzone wird München auch hier seinem Ruf als Isar-Athen gerecht. Im Winter gibt es an sonnigen Tagen natürlich auch hier die typischen wärmenden Heizstrahler und die Decken, damit man an sonnigen Tagen das ganze Jahr über draußen sitzen kann. Z. B. im Augustiner am Dom, Frauenplatz 8 mit Münchner, österreichischen und Südtiroler Speisen sowie beim Andechser am Dom. Das rauenplatz 9 ist das Bratwurstglöckls Frauenplatz 9, in dem mit Karl Valentins Lieblingsessen, die berühmten Würstl aus Nürnberg, die über offenen Buchenholzfeuer auf dem Grill gegart werden, gibt es bereits seit 1893. Etwas für Fans irishe Musik und Live-Bands ist das Kilians Irish Pub am Dom, Frauenplatz 11.

In der Nähe des Liebfrauendoms, in der Thiereckstraße 3 befand sich das schicksalsträchtige Haus, bei einem Einsturz 1801 wurde unter den Trümmern die Meisterin des Lehrling Fraunhofer verschüttet. Der spätere Joseph von Fraunhofer (1787-1826) wurde ebenfalls beinah lebendig begraben, konnte jedoch aus den Steinmassen gerettet werden. Zufällig kam der Hofkammerrat Joseph von Utzschneider vorbei, der ihn durch den Kauf mathematischer und optischer Lehrbücher zum Selbststudium unterstützte.

Die drei benachbarten Kirchen im Schatten des Liebfrauendoms

Gegenüber dem Haupteingang zur Frauenkirche führt die gewundene Augustinerstraße wieder zurück zur Fußgängerzone. Die Biegung zeigt den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer an. Das grünliche, ebenfalls rund gebaute Gebäude ist das ehemalige Augustinerkloster, aus dem Jahr 1294, das 1803 nach der Säkularisation zur Mauthalle und 1964 zum Museum umfunktioniert wurde. Alleinstehende, die dem Keiler vor dem Eingang die Nase streicheln, finden bald den passenden Partner. So sagt es zumindest der Volksmund. Im Inneren des Gebäudes zeigt das Jagd- und Fischereimuseum Jagdutensilien und über eintausend präparierte Tiere, die vielen Schulklassen mit sehbehinderten Kindern als Anfassungsobjekt dienen. Darunter sind auch nicht einheimische Tiere wie Robben.

Die nächste rechts abzweigende Straße ist die Ettstraße mit dem Münchner Polizeipräsidium.
In den alten Gemäuern wurde die Serie Löwengrube gedreht, eine Fernsehsendung, die lange Zeit Kult gewesen ist. Sie zeigte 50 Jahre aus der Geschichte des Dorfpolizisten Grandauer und seiner Familie. Es handelte sich dabei nicht nur um die persönliche Familiendarstellung, sondern spiegelte  auch gesellschaftliche Hintergründe, politische Veränderungen sowie weltgeschichtliche Themen die das Leben der bürgerlichen Familien in der Zeit ab 1897 beeinflussten wieder.  

Wenn man auch keinen Termin in den ehrenwerten Hallen hat, lohnt sich ein Blick auf den Haupteingang. Dort zeigt eine Wandmalerei den Daniel in der Löwengrube. Erst seit ein paar Jahren befindet sich darunter wieder der Zugang zum Polizeipräsidium. Nach den Bombenattentaten auf das Bayerische Landeskriminalamt im Jahr 1972 entschied man sich dazu, den schwer zu sichernden Eingang zu schließen. Über drei Jahrzehnte musste das Präsidium über den Nebeneingang in der nächsten Querstraße links, der Löwengrube betreten werden. Im 17. Jahrhundert befand sich in der Löwengrube 17 ein Haus mit dem hier dargestellten Gemälde. In diesem Haus hatte auch die Brauerei Löwenbräu ihren Ursprung. Den Löwen als Erkennungsmerkmal hat die Brauerei seit dieser zeit. Die Bezeichnung Letschenbräu, dem bayerischen Begriff für fade trifft den Geschmack des Bieres übrigens nicht.

Gegenüber dem Polizeipräsidium an der Ecke Ettstraße/Maxburgstraße kann man noch den Turmstumpf der Michaelskirche sehen. Hinter dem Turmrest links befindet sich eine Gedenktafeln an Pfarrer Mayer, der in dem ehemaligen Jesuitenkloster tätig war. Wieder zurück in der Fußgängerzone, die mittlerweile die Neuhauser Straße ist, steht man auch schon vor der mächtigen Fassade der Michaelskirche, die 1583 im Auftrag Herzog Wilhelms V. dem Frommen erbaut wurde, zu einer Zeit in der immer mehr Bürger zum Protestantismus überliefen. Zu der ehemaligen Jesuitenkirche sollte auch der  Kirchturm gehören, deren Rest man gerade sehen konnte. Er stürzte jedoch noch während dem Bau in sich zusammen. Der Herzog meinte nun, der Erzengel Michael sei mit dem Kirchenbau nicht zufrieden und ließ ein noch gewaltigeres Gotteshaus als geplant erbauen. An den erneuten Versuch eines Turmbaus wagte man sich jedoch nicht mehr. An der Außenfassade sind  Figuren der Agilofinger, der ersten bayerischen Herrscher, sowie der  Wittelsbacher. In der Mittelnische der Fassade ist eine Statue des Erzengels Michael, der den Teufel in die ewige Finsternis stößt, stellvertretend für die Protestanten, die Ketzer. Im Inneren findet man auch  Grabmal von Eugene de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons und Schwiegersohn des bayerischen Königs Max I. Joseph, außerdem das einiger Wittelsbacher Herrscher und selbstredend nicht zu vergessen den Sarkophag  des  Märchenkönigs Ludwig II.

Das anschließende Gebäude auf der linken Seite der Michaelskirche ist die Alte Akademie, in der die Studenten untergebracht waren, als die Universität von Landshut nach München verlegt wurde. Später erbaute König Ludwig I. dafür das Universitätsgebäude an der Ludwigstraße. Davor ist der Richard-Strauss-Brunnen, vor dem zahlreiche Stühle für die Sonnenanbeter aufgestellt sind. Die 6 Meter hohe Brunnensäule von Hans Wimmer zeigt Szenen der Oper Salome von Richard Strauss, auf der gegenüberliegenden Straßenseite war einst das Geburtshaus des Komponisten. Wer den Anblick genießen und dabei noch eine Maß trinken will, kann auch gleich schräg gegenüber in den Augustinerbräu und dort den Trubel auf sich wirken lassen. Der Augustiner ist ein traditionsreiches Lokal mit schön ausgestatteten Innenräumen.

Aller guten Dinge sind drei. Die letzte der Kirchen direkt in der Fußgängerzone ist der zweistöckige Bürgersaal in der  Neuhauser Str. 14. Man sollte sich von der schlichten Fassade nicht täuschen lassen und auch hier einen Blick hinein werfen. Die 1710 vom Architekten und Münchner Hofbaumeister Antonio Viscardi als Kongregationssaal für die Marianische Deutsche Männerkongregation errichtete Kirche  wurde,  besitzt einen Rokokosaal und die Schutzengelgruppe von Ignaz Günther 1772. Im Untergeschoss wurde eine Gedenkstätte für den ehemaligen Jesuitenpater Rupert Mayer eingerichtet. Er wurde 1987 selig gesprochen.Der Bürgersaal, 1709 im Auftrag der Marianischen deutschen Kongregation der Herren und Bürger zu unserer lieben Frauen Verkündigung erbaut wurde ebenfalls 1944 zerstört und wiederaufgebaut.

Aufgepasst, kurz vor dem Tor treibt ein Satyr sein Unwesen. Ein kleiner Weingeist, der es aber überhaupt nicht böse mit den Passanten meint. Im Gegensatz zu dem Nackedei, der die Fontäne zuhält. So als würde er sich darüber freuen, wenn die Vorbeigehenden richtig schön nass werden. Das so genannte Brunnenbuberl an der Ecke Neuhauser/Herzog-Max-Straße auf der rechten Seite erregte durch seine spärliche Bekleidung, außer seinem frechen Grinsen trägt er nichts bei sich, ziemliches Aufsehen.

Das Karlstor, der Karlsplatz - der Stachus


Das dahinter aufragende Neuhauser Tor  wurde unter Kaiser Ludwig dem Bayern als Teil der zweiten Stadtbefestigung errichtet, 1791 umgestaltet und zu Ehren des Kurfürsten Karl Theodor Karlstor genannt. Die Fußgängerzone endet am Karlstor, der nicht aus Bayern, sondern aus der Pfalz stammte, daher immer noch Stachus. Kurfürst Karl Theodor gestaltete den Platu um, nachdem er 1781 den Abbaud der Stadtmauer veranlasste. Eine gar nicht heilige Geschichte ereignete sich im Kaufhof am Stachus am 5. Dezember 1970, also am Abend vor dem Nikolaustag. Als Nikolaus verkleidete Männer erbeuteten bei einem Überfall über 180 000 DM. Sie konnten entkommen, da an diesem Tag so viele Weihnachtsmänner unterwegs waren.

Durch das Tor ritt Napoleon, als er im Namen seines Stiefsohnes Eugene de Beauharnais mit einem spektakulären Brautzug um die Hand der Auguste, der Tochter des Bayernkönigs Max I. Joseph anhielt. Hinter dem Tor wird es dann richtig laut, schlagartig schieben sich nicht mehr Menschenmassen durch die Altstadt, sondern eine Blechlawine, die den am stärksten befahrenen Platz ganz Bayerns passieren will. Es ist der berüchtigte Münchner Stachus, das auffallende Gebäude auf der anderen Seite ist der Justizpalast, 1887 im Barockstil erbaut.

Vom Karlstor aus führt eine kleine Gasse, die Herzog-Wilhelm-Straße nach rechts und dann gleich wieder links die Herzogspitalgasse an einer Gedenktafel vorbei. In der Herzogspitalstraße stand das Palais des russischen Gesandten Woronzow aus dem Jahr 1808, die nächste Straße links, die Eisenmannstraße, führt wieder zur Fußgängerzone. An der Ecke  Neuhauser straße/Eisenmannstraße direkt gegenüber der Michaelskirche stand das Geburtshaus des Malers Spitzweg.

Die Einkaufsmeile zwischen Marienplatz und Karlsplatz


Auf dem Rückweg bleibt jetzt nach all den Sehenswürdigkeiten Zeit, die Nebensächlichkeiten aufmerksam zu werden, die die Altstadt zu dem machen was sie ist. Die Neuhauser und Kaufinger Straße, die seit den Olympischen Spielen 1972 zur Fußgängerzone erklärt wurde, verwandelt sich tagsüber in eine Bühne für Musiker und Künstler. Wagt man sich zu nah an die Pantomime heran, kann es gut passieren dass man sich eh man sich versieht im Mittelpunkt des Gelächters der Passanten befindet. Wer das nicht möchte, sollte besser seinen Hut oder sonstige lose Gegenstände im Auge behalten. An den Ecken bieten die Kräuterweiber ihre Waren feil, in den kalten Monaten gesellen sich noch Händler mit heißen Maroni,  und Glühwein und Würstchen dazu. Im Advent verwandelt sich die ganze Straße in den weit über Bayern hinaus bekannten Münchner Christkindlmarkt.

In der Münchner Altstadt findet man fast alles was man so braucht. Frauenherzen höher schlagen lässt der Laden des Juweliers Christ in der Neuhauser Straße 35, der seit 1863 Markenschmuck und Uhren anbietet. Das riesige Kaufhaus Karstadt Oberpollinger am Dom in der Neuhauser Straße 18 war 1961 eines der ersten Gebäude in München, das in Fertigbauweise erbaut wurde. Aus diesem Grund soll der Plattenbau nun auch noch unter Denkmalschutz gestellt werden. Die berühmten Plüschtiere mit dem Knopf im Ohr führt die Steiff Galerie in der Neuhauser Straße 5, Hemden und Krawatten, falls man sich doch noch entschließt abends das Nationaltheater zu besuchen gibt`s in der HausNr. 5 in der Cravatterie München, Leder und Lammfell aus eigener Herstellung beim Leder Fischer, ebenfalls HausNr. 5. Trachtenschmuck und original Münchner Souvenirs findet man bei  Herrmann Geschenke Neuhauser Str. 2, ebenfalls in der Neuhauser Straße 2 ist ein Laden, der sich auf Kuckucksuhren spezialisiert hat, der Souvenirladen Max Krug. Im Cafe Rischart zur Maut, ebenfalls in der Neuhauser Straße 2, kann man auf Stein gebackenes Roggenbrot kaufen.  Nach alter Sitte  befanden sich in der Nähe der Kirchen  Wirtshäuser, in die sich die Herren der Schöpfung nach dem Gottesdienst zurückziehen konnten, in München ist gleich gegenüber in der Neuhauser Straße 7 der Beate Uhse Shop, vor dem sich potentielle Kunden in den Anfangszeiten zunächst auf den davor aufgestellten Bänken herumdrückten. Wohl um sich vorher noch zu vergewissern, dass auch tatsächlich kein Bekannter gerade unterwegs ist. Natürlich gibt es aber auch die Gasthäuser wie den bereits erwähnten Augustiner Bräu, Neuhauser Str. 27, das Stammhaus der ältesten Brauerei Münchens oder den Spatenbräu, der traditionelle Küche mit Neuem verbindet, in der Neuhauser Straße 39. Das Tivoli-Filmtheater in der Neuhauser Straße 23 bietet anspruchsvolles Filmprogramm.

Die Kaufingerstraße hatte wohl schon seit dem Mittelalter große Bedeutung für den Handel. Sie wurde nach den Kaufingern, einem alten Handelsgeschlecht benannt. Heute gibt es hier nicht nur exklusive Läden, sonder auch die großen Handelsketten wie Schuh Deichmann, Karstadt,  C & A, die Douglas Parfümerie, Esprit. Das große Kaufhaus an der Ecke rechts gleich vor dem Marienplatz ist die Galerie Kaufhof, ein Feinschmecker-Einkaufs-Paradies. Von außen sieht es nicht sehr einladend aus Gleich an der Ecke zum Marienplatz, in der Kaufinger Straße ist das Gebäude des Kaufhofes. Im Untergeschoss ist die Galeria Kaufhof, e für frischen Fisch und sonstige Frischwaren wie Obst, Gemüse, Salatemarienplatz aus führt die Fußgängerzone,  Kaufinger Str. 1, Hennes und Mauritz. davor befindet sich eine Markierung im Pflaster. Hirmer, großes Herrenmodenhaus, Kaufingerstr. 28, Pimkie, Mode für Girls, Kaufingerstr. 20., Boutiquen, Shmuckläden, Salamander Schuhe,

Der Rückweg zum Odeonsplatz führt nun vor dem Neuen Rathaus links in die Weinstraße,  die parallel zur Dienerstraße zum Odeonsplatz führt. Gegenüber dem Rathaus in der Weinstraße ist das Donisl, ein preisgünstiges, altbewährtes Lokal. Die  Weinstraße trägt ihren Namen von dem Weinmarkt, der hier im Mittelalter stattfand. Zur damaligen Zeit, kann sich das in Bayern einer vorstellen, war  Wein wichtiger als Bier und galt als Fastentrunk. Später eroberte sich aber dann das billigere Bier gerade von der Weinstraße aus den Platz, den es heute unter den bayerischen Nahrungsmitteln einnimmt. Hier befand sich eine der ersten Bierbrauereien, die ab Mitte des 15. Jahrhunderts ihren Siegeszug antraten. Mit der Burgstraße gehörte diese Straße auch zu den ersten gepflasterten Straßen der Stadt. Nach dem lateinischen Begriff Stratum für Pflaster durfte sie dann auch die Bezeichnung Straße führen, während die anderen Wege als Gassen bezeichnet wurden. 

Am Schäfflereck vorbei


An der Weinstraße/Ecke Schäfflerstraße lohnt sich  Blick nach oben. Nicht bis in den weiß-blauen Himmel, sondern nur bis zu den Hausecken am so genannten Schäffler-Eck. Hier befinden sich zwei Figuren in schwarzen Bundhosen und roten Röcken, die Schäffler in Festanzügen beim Tanze darstellen sollen. Sie erinnern wie das bereits erwähnte Glockenspiel am Neuen Rathaus an den Schäfflertanz, der erstmals im 17. Jahrhundert aufgeführt wurde. In der Straße war vorrangig das Handwerk der Schäffler, die Fässer für den Wein- oder Salzhandel vertreten.  Im  Schäfflerhof gleich an der Ecke kann man ebenfalls viele kleinere Läden finden und sich beim Salve in der  Schäfflerstraße 5, Salve selber Schuhe kreentwerfen

Die nächste Straße, die von der Schäfflerstraße rechts abzweigt ist die Windenmacherstraße, benannt nach den Handwerkern, die die Seilwinden für die Lastenaufzüge herstellten. Auch für den Bau der Frauenkirche wurden diese Winden benutzt. Im Eckhaus Windenmacherstraße/Schäfflerstraße ein paar Meter entfernt rechts verstarb der Baumeister der Frauenkirche Jörg von Halsbach, eine Gedenktafel erinnert daran. Am Ende der kurzen Windenmacherstraße erreicht man über die Maffeistraße rechts wieder die Theatinerstraße. In der Maiffeistraße Nr. 7 ist der berühmte Loden-Frey. Hier kaufte schon Maximilian II. Joseph Stoffe für seine Trachtenkleider, auch Persönlichkeiten wie Vico Torriani oder  Gregory Peck sollen sich ihr bayerisches Outfit hier besorgt haben.

Auch die Theatinerstraße, die nun die Verlängerung der Weinstraße bis hin zum Odeonsplatz darstellt ist eine moderne Einkaufspassage. Besonders beliebt sind die „Fünf Höfe“, die nicht nur Läden, Büros und Wohnungen im verschachtelten Inneren verbergen, sondern auch als Kunsthalle ideenreich gestaltete Bodenplatten oder das Theatiner Filmtheater, HausNr. 32. Falls man nach dem Streicheln des Keilers bereits den Partner fürs Leben gefunden hat gibt`s Trauringe im Marrying München,  oder Pralinenkreationen zum Anbandeln in der süßen Schachtel HausNr. 3, seit 1857 hier ansässig. In der Theatinerstr. Nr. 1 verkauft die Firma Puma Schuhe und Sportkleidung, damit man noch einen weiteren Rundgang anschließen kann. Wer dafür neues Schuhwerk benötigt kann sich in der Theatinerstraße 12 Camper Schuhe ausrüsten.

In der Theatinerstraße 11 war von 1827 bis 1832 eine Zweigstelle des Verlagshauses Cotta untergebracht, das von König Ludwig I. nach München geholt wurde. Hier wurden auch die poetischen Versuche des Königs veröffentlicht. Dem Heinrich Heine hat die Dichtkunst Ihrer Majestät allerdings gar nicht gefallen. Ausgesprochen uncharmant bat er den König sich mehr seinen Regierungsgeschäften zuzuwenden. Theatinerstraße 23 Palais Moy, klassizistische Fassade, 1824-1825 von Leo von Klenze erbaut, nach dem 2. Weltkrieg zerstört und teilweise restauriert.

Nebensächlichkeiten


Anreise
Eine Parkmöglichkeit zu finden ist reine Glückssache, selbst ortskundige Münchner nehmen im Innenstadtbereich lieber die öffentlichen Verkehrsmittel. Die zahlreichen Parkhäuser in der Altstadt haben zwar meist einen Platz frei. Sie nötigen einen aber immer dazu, sich nicht zu lange aufzuhalten, weil es sonst  relativ teuer werden kann. Und um den Rundgang unter Zeitdruck zu machen ist München viel zu schön. Am Stadtrand befinden sich zahlreiche Park- and  Ride Plätze, an denen man das Auto den ganzen Tag lang kostengünstig parken kann.


Umgebung Odeonsplatz
Der Englische Garten mit dem  Chinesischen Turm, Münchens berühmtestem Biergarten, dem Monopterus, einem Rundtempel mit wunderschönem Blick auf die Stadt und dem Kleinhesseloher See ist sehr weitläufig und bei einem kurzen Stadtrundgang nicht zu bewältigen. Gleich hinter dem Hofgartentor kann man allerdings einen Blick auf den Dianatempel mit einer  mit einer Bronzefigur der Göttin Diana, die zur Bavaria umgestaltet wurde werfen. Das große Gebäude gegenüber ist die Rückseite der Residenz, in der des Öfteren Touristen vergeblich den Eingang zum Residenzmuseum suchen. Hier ist nur der Zugang zur Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst (Hofgartenstraße 1), ein Museum mit Ausstellungsstücken von internationalem Rang, das sich auf die Kunst im alten Ägypten spezialisiert hat. Den Eingang zum Residenzmuseum und der Schatzkammer erreicht man  über die Residenzstraße oder den Max-Joseph-Platz.

Hinter dem Hofgarten führt die Prinzregentenstraße am Bayer. Nationalmuseum vorbei zum Friedensengel.

Vom Odeonsplatz weg führt die Brienner Straße zum Maximiliansplatz und von dort über den Karolinenplatz weiter zur Barerstraße mit  der Pinakothek der Moderne, der  Neuen Pinatkothek und der Alten Pinakothek und dem Königsplatz mit  der Glyptothek, der Anitkensammlung und dem Lenbachhaus. 

Vom Odeonsplatz aus führt die Ludwigstraße vorbei an der Ludwigskirche und der Universität weiter zum Siegestor. Im Anschluss daran ist der berühmte Stadtteil Schwabing

Umgebung Max-Joseph-Platz

Hier ganz in der Nähe das Max-Joseph-Platzes ist das weltberühmte Münchner Platzl, ein in der Tat sehr schöner kleiner, typisch altmünchnerischer Platz, der allerdings nicht wegen seiner Ästhetik, sondern vielmehr wegen des Hofbräuhauses am Platzl Nr. 5 seine Berühmtheit erlangt hat. Ein Besuch des Hofbräuhauses ist für einige Pflicht, für andere uninteressant. In der Nähe ist auch der Alte Hof, die erste Burganlage Münchens.

Vom Max-Joseph-Platz führt die Maximilianstraße zum Maximilianeum. Auf dem Weg dorthin liegt  das Völkerkundemuseum.

Die Parallelstraße zur Maximilianstraße ist die Prinzregentenstraße.

Umgebung Marienplatz

Vom Alten Rathaus weg führt die Straße Tal in Richtung Isartor mit dem berühmten Valentinmusäum vorbei am Bier- und Oktoberfestmuseum und anschließend die Zweibrückenstraße zum Deutschen Museum.

Gegenüber der Schrannenhalle am Ende des Viktualienmarktes ist der Sebastiansplatz

Die Straße Rosental geht in die Sendlinger Straße über, die direkt zum Sendlinger-Tor-Platz mit dem Sendlinger-Tor führt vorbei an der Kirche der berühmten Brüder Asam.

Kuriositäten im Olympiapark München



Über einen Revoluzzer und eine Alm auf einem Schuttberg in München



Das Olympiagelände, Schauplatz der 20. Olympischen Spiele 1972 und Ballungszentrum architektonischer Meisterleistungen mit dem höchsten Fernsehturm Deutschlands (290 Meter), kann mit einigen Kuriositäten aufwarten. Die "Suppenschüssel" wie sie von den Münchnern genannt wird gegenüber ist das BMW-Museum.




Die Russisch-Orthodoxe Kirche auf dem Olympiagelände in Bayern



Dort, wo der Trubel nicht mehr so groß ist, in der Nähe der Ackermannstraße durchquert der Spiridon-Louis-Ring das Olympiagelände. Im Zentrum eines Platzes, der normalerweise für Festivals wie für  das Tollwood genutzt wird, ist eine große Baumgruppe. Dort versteckt sich die Russisch-Orthodoxe Kirche. Eine Ost-West-Friedenskirche, wie sich auch genannt wird, die von Väterchen Timofej erbaut wurde. Väterchen war ein russischer Eremit, der eigentlich Prochorow geheißen haben soll. Aber genauso wenig wie man sein Alter wusste, kannte man auch seinen Namen. Dennoch ist er eine berühmte Persönlichkeit weit über München hinaus geworden.

Er war der erste Olympiasieger, wenn man es so nennen will. Einst war er zur Zwangsarbeit aus Sibirien nach München verschleppt worden. Aber er wollte nicht in den nahe gelegenen Kasernen an der Barbarasiedlung wohnen. Diese waren eigens für Vertriebene gegründet worden. Nein, Väterchen entschied sich dazu, sich auf dem Gelände anzusiedeln, das künstlich errichtet wurde. Über dem Bauschutt des zweiten Weltkrieges, das mittlerweile grün bewachsen war. Was aussieht wie die ein kleiner Berg ist eigentlich eine künstliche Hügellandschaft. So natürlich das alles auch wirken mag. In seinem Inneren verbirgt sich ein Schuttberg. Während des "Ramadama"  (Aufräumen in der Nachkriegszeit) türmten sich hier die Bautrümmer der zerbombten Stadt. Die Schuttblume auf dem Berg erinnert heute noch daran.  Das Kreuz ist ein Denkmal für die Menschen, die während der Bombenangriffe getötet wurden.


Auf dem Schuttberg  hatte sich Väterchen mit seiner Lebensgefährtin Natascha eine behelfsmäßige Unterkunft erschaffen. Im Zuge der Olympiade sollte nun an diesem Platz das Reiterstadion entstehen. Der starrköpfige alte Herr weigerte sich allerdings, nun zugunsten des Sports sein geliebtes Heim zu verlassen. Und dachte sich, wenn ich mir hier eine Kapelle erbaue, dann wird das niemand abreißen. Die Münchner sahen das auch so und unterstützten ihn, nachdem er sie ja jahrelang mit Obst und Gemüse aus seinem eigenen Garten versorgt hatte. Dagegen konnten auch die Behörden nicht an. Seine aus Alu-Folie selbst erbaute Kapelle hat mittlerweile eine eigene  Adresse: Spiridon-Louis-Ring 100. Väterchen Timofei ist 2004 im Altern von angeblich 100 Jahren als Münchner Ehrenbürger verstorben. Heute ist in dem verwilderten Garten ein kleines Museum untergebracht. 




Auf dem Schuttberg wurde eine kleine Almwirtschaft mit Biergarnituren einer alpenländischen Almhütte und auch eine Latschenlandschaft nachgeahmt. Die Aussicht, wenn man die 50 Meter Höhendifferenz überwunden hat auf die Silhouette der Stadt und das Olympiagelände ist wunderschön.


Das ehemaligen olympische Dorf haben die Studenten für sich entdeckt.







Dienstag, 19. März 2013





Eine ganz andere Wahl - 

die zur Bayerischen Bierkönigin 2013

Beim Casting im GOP Varietè-Theater in München wurden sieben Finalistinnen ausgewählt. Eine Vorstellung der Damen gibt es auf der Website www.bayerisches-bier.de unter der Rubrik Bayerische Bierkönigin.

Beim Online-Voting können alle mitmachen



Was die Bayerische Bierkönigin für Aufgaben hat, habe ich schon beschrieben. Aber auch das gehört dazu. Kochen beim Workshop Wild und Bier.


Wild und Bier – ein starkes Duo


Bier eignet sich als Genussmittel ebenso wie als Kochbeigabe. Allerdings passt Bier nicht nur zu Wild, sondern zu vielerlei Gerichten von der Vorspeise bis hin zum Dessert. Und selbstverständlich auch als Geschmacksverfeiner beim Kochen. Die Bayern wissen das schon längst, nicht umsonst kommt in jeden echten Schweinebraten eine gehörige Portion dieses Grundnahrungsmittels hinein. Bavarian Lifestyle und das Bier - zwei die sich bestens damit auskennen sind die Bayerische Bierkönigin Barbara Hostmann und Walter König, Geschäftsführer im Bayerischen Brauerbund. Seit über zehn Jahren engagiert sich der Spitzenverband der bayerischen Brauwirtschaft um mehr Wissen und Raffinesse beim Kochen mit Bierspezialitäten, aber auch bei der passenden Bierempfehlung zum Essen.


V.l.n.r. Werner Licht, Sternekoch, Barbara Hostmann, Bayer. Bierkönigin und Walter König, Geschäftsführer im Bayerischen Brauerbund beim Kochen von Biergerichten
Sie führten die Teilnehmer des Koch-Workshops „Wild auf Bier“ ein in die kulinarische Welt des Bieres. Ob das Bier den Wein ersetzen kann, diese Frage beantwortet König ausdrücklich mit ja. Angesichts der Anzahl von 40 Biersorten inklusive Gourmet-Bier allein in Bayern ist allemal für jeden Gang das Richtige zu finden. In diesem Sinne wies er die Anwesenden gleich in ein paar Geheimnisse der Braukunst und in die neuesten Trends in Sachen Bayerisches Nationalgetränk ein.

„Bier wird in letzter Zeit immer mehr differenziert“, sagt König. Es gibt in Bayern in erster Linie drei Möglichkeiten der Variation. Durch die Hefe, das Malz oder die Hopfenart. Weißbier wird mit Hilfe von Flaschengärung, oft aber auch mit Tankgärung hergestellt. Bei beiden ist die Hefe noch lebendig. Gibt man statt Bierhefe Weinhefe oder Champagnerhefe hinzu, erhält man Biere mit einer ganz anderen Note. Ohne den Charakter zu verändern.

Was den Hopfen angeht, so werden mittlerweile Sorten mit abenteuerlichen Namen angebaut. Erst kürzlich wurden vier neue Hopfensorten zugelassen, darunter der „Mandarina Bavaria“. Die neuen Sorten werden ein fruchtiges Aroma in die Biere hineinbringen. Bezüglich des Malzes reichen die Differenzierungen bis hin zum Karamelmalz.  So entstehen schon mal außergewöhnliche Biersorten wie der „zweifach gehopfte Halodri“.

Der Trend zu Aromahopfen anstatt Bitterhopfen verlangt allerdings auch einen anderen Umgang bei der Herstellung. Denn bei den Aromen im Bier ist es wie in der Küche meint König: „Wenn es in der Küche gut riecht, haben sich die Aromen in der Luft verteilt.“ Daher mussten gerade bei den feinen Aromahopfen Möglichkeiten zur Herstellung im Kaltbereich entwickelt werden. Dabei muss das Bier hygienisch sein, mikrobiologisch einwandfrei und trotzdem die Aromen im Bier erhalten. Zum Trost für die Bayerische Bierkönigin, die sich mit der Devise „Es ist halt nicht jedermanns Sache“ nicht so sehr für diese neue Mode in Sachen Bier begeistern kann: Dieses Aromabier wird nicht in großen Massen produziert, selbstverständlich bleiben überwiegend die klassischen Sorten.
Allerdings sollten diese speziellen Biere im Interesse des Gasten schon mit auf den Speisekarten zu finden sein. Im privaten Bereich kann man es bei Spezialhändlern wie www.biershop.de  oder www.bierstar.de  bestellen. Von dort tritt das Bier die Reise in den Privathaushalt an. Bei einer Bierverkosten gibt es übrigens auch viele Nuancen zu unterscheiden. Beurteilt wird die Qualität eines Bieres nämlich daran, ob es schaumig ist, wie es aussieht  - sahnig oder feinporig.  Entscheidend ist auch die Klarheit des Bieres.


Im Anschluss an den Hinweis, dass Bier entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht mehr Kalorien hat als Wein, gab es noch ein paar Tipps zur Auswahl des Bieres bei Tisch. Besonders gut passt helles Bier zu Asiagerichten, da es hervorragend mit der dabei häufig verwendeten Sojasauce harmoniert. Ein weiterer Grund ist die dort überwiegend scharfe Küche, der gerade Helles oder Weizen als Getränk dazu etwas die Schärfe nimmt. Wegen der Essigschäre wird deswegen auch zum Salat helles Bier serviert. Aber auch andere milden Speisen brauchen helles Bier zur Gesellschaft. Darunter zahlreiche Gerichte aus dem Vorspeisenbereich sowie Suppen. Malzvariationen mit dunkel geröstetem Malz passen nicht nur gut zu Wildgerichten, sondern allgemein zu kräftigen Soßen und dunklem Fleisch.

Gerade jetzt im Herbst aber ist wieder Wildzeit. „Besonderheiten beim Kauf des Wildes zu beachten braucht man nicht“, meint Sternekoch und Seminarleiter Werner Licht aus Haralds Kochschule. Es kommt eben auch drauf an, was gerade verfügbar ist. Dabei kann eigentlich nichts falsch gemacht werden wie zum Beispiel beim Lamm.

Interessant ist auch, dass es früher in München eigentlich nur dunkles Bier, das Braunbier gegeben hat. Damals konnte man nämlich die Temperatur beim Malzen über dem Feuer noch nicht richtig regulieren, dies ist erst seit der Industrialisierung möglich. Ein weiterer Grund war das kalkhaltige Wasser in der Landeshauptstadt. In Gegenden, in denen hellere Biere hergestellt wurden - wie z.B. das Pils - haben die Naturwasser von Haus aus weniger Kalk und fast keine Härte.

Und da der Mensch nichts glaubt, was er nicht am eigenen Leib erfahren hat, wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Im Mittelpunkt des Interesses standen natürlich das Bier und auch seine Verwendung beim Kochen. Weswegen die Teilnehmer selbst Hand anlegen durften und dem Sternekoch nicht nur über die Schultern gucken, sondern auch tatkräftig zur Seite stehen. Bei der Zubereitung von Wachtelbrust auf Gemüsesalat Asia Style mit bayerischem Bier im Frenchdressing. Oder Roggenbiernockerl mit Wildhasenfilet und Selleriepüree. 

Es stimmt, für jeden Gang gibt es das richtige Bier ob im Essen oder als „Beilage“. Und in kleinen Mengen genossen ist es ein durchaus bekömmliches, wohlschmeckendes  Genussmittel. 

Damit Ihr wisst, wovon ich rede, werde ich Euch in den nächsten Tagen auch ein Rezept dafür einstellen.