Freitag, 22. Mai 2015

Pfingstroas in Inzell von der Bulldog-Parade bis hin zu Volksmusik-Schmankerln

Fest für alle Sinne

Die 7. Musikalisch Kulinarische Pfingstroas bietet ein breitgefächertes Programm von der Bulldog-Parade über den Handwerks- und Brauchtumsmarkt bis zu Volksmusik-Schmankerln von an die 20 Gruppen




In der Luft liegt der Duft nach frischen Auszognen, knusprigen Schweinswürsteln vom Holzkohlegrill und anderen Gaumenfreuden, die vor Ort zubereitet werden. Akustisch untermalen Live-Musikklänge, das Klirren aneinander stoßender Maßkrüge und das Motorengeräusch nostalgischer Traktoren die Szenerie. Augenweide sind Trachtenträger von kleinen Mädchen mit Flechtzöpfen sowie Dirndl bis zum Senior in Lederhosen, weißem Hemd und Janker. Auch im siebten Jahr ist die Musikalisch Kulinarische Pfingstroas wieder ein Fest für alle Sinne. An die 20 Gruppen spielen am 24. Mai in ganz Inzell auf, darunter bei der Eröffnung um 11 Uhr am Maibaum die Musikkapelle Inzell, die als älteste Oberbayerns bereits auf eine 250jährige Tradition zurück blicken kann, heute 39 Aktive zwischen 15 und 67 Jahren zählt und an die 400 Titel im Repertoire hat. Bereits am Freitagabend zuvor konzertieren hochkarätige Gäste aus der Region bis hin nach Südtirol beim Hoagart im Festsaal: Präsentiert von BR Moderatorin Traudi Siferlinger sind Harfenklänge ab 20 Uhr genauso zu hören wie traditioneller Viergesang. Ab Sonntagvormittag beweist an gleicher Stelle der Handwerks- und Brauchtumsmarkt, das auch heute noch überlieferte Fertigkeiten en vogue sind – egal ob Federkielsticker, Säckler, Hutmacher, Silberschmiede für Charivaris, Kropfketten und kostbare Haarnadeln, Hirschhornschnitzer oder Harmonikabauer. In vielen Fällen kann man ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, beispielsweise dem Inzeller Drechsler Heinz Zenz, der Goldstickerin Elisabeth Schönauer aus Oberwarngau oder der Schneizlreuther Schneiderin Johanna Holzner. Wie anno dazumal fühlen sich Zuschauer bei der Oldtimer-Traktor-Parade. 

Als Kontrastprogramm zu modernen Landmaschinen, die mit GPS und sonstigen Hightech-Accessoires ausgestattet sind, knattern 250 urige Bulldogs vom Schwimmbadparkplatz durch die geschmückten Straßen des Luftkurorts, viele davon Raritäten. Kleine Gäste kommen im Kinderland am Parkplatz des ehemaligen Krankenhauses und beim Kinderprogramm vor dem Festsaal auf ihre Kosten. Für Gäste von außerhalb lohnt sich die Reise nach Inzell auch in den Tagen danach: Geführte Wanderungen inklusive Anekdoten stehen vom 25. bis 29.5. genauso auf dem Programm wie ein Schweinshax’n-Abend, Frühlingsmenüs oder Kräutererlebnisse mit anschließender Lagerfeuer-Romantik.

Bild und Text: Inzeller Touristik GmbH




Ansprechpartner:
Evelyn Wieser
Inzeller Touristik GmbH

Rathausplatz 5,
83334 Inzell
Tel. +49 (0) 86 65 - 98 85 – 11




Dienstag, 19. Mai 2015

Bayerische Bierkönigin 2015 ist Marlene Speck

 „Wir haben dieses Jahr eine hervorragende Finalistinnenrunde“, erklärte Friedrich Düll, Präsident des Bayerischen Brauerbundes und Mitglied in der Jury zur Wahl zur Bayerischen Bierkönigin 2015/2015. „Jede von ihnen wird das Bayerische Bier mit Sicherheit hervorragend repräsentieren“.  Aber letzten Endes kann es nur eine geben und so musste am Wahlabend zur Bayerischen Bierkönigin 2015/2016 in der Alten Kongresshalle in München in feierlichem Rahmen eine Entscheidung getroffen werden.















Zunächst präsentieren sich die nach den Vorentscheidungen verbliebenen sieben Teilnehmerinnen den Anwesenden in einem kurzen Video, hergestellt in Zusammenarbeit mit dem Campus 21. Während einer anschließenden Bierdegustation mussten knifflige Fragen der Jury, bestehend aus Friedrich Düll,  Präsident Bayerischer Brauerbund e.V., Berzaghi-Freymann Elisa, Dirndl und Tracht, Inselkammer Angela, Brauereigasthof Hotel Aying, Oberndorfer Florian, Wirtshaus in der Au, Schubert Karin, Morderatorin der „Frankenschau aktuell“ beantwortet werden. Im Hinblick darauf ist die Siegerin des diesjährigen Bierköniginnen-Castings ihren zukünftigen Aufgaben sicherlich gewachsen. Sie braut selbst seit sechs Jahren Bier und dürfte auch auf tiefer gehende Fragen zum Thema Bier immer eine überzeugende Antwort parat haben. Die Studentin für Kommunikationswissenschaft ist viel gereist und hat natürlich auch überall das Bier probiert. Um Schluss endlich zu der Überzeugung zu gelangen, kein Bier transportiert so viel Lebensgefühl wie das bayerische Bier.

Um Bayerische Bierkönigin zu werden, bedarf es nicht nur eines guten Aussehens und Benehmens. Umfangreiches Wissen über die verschiedenen Bierarten und Gebräuche rundum wird auf den bevorstehenden Einsätzen erwartet. Eine besondere Herausforderung für die Bayerische Bierkönigin 2015/2016 während ihrer Amtsperiode stellt da sicherlich das anstehende Jubiläum "500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot" dar. Der Öffentlichkeit präsentieren wird sie sich mit Dirndl der Designerin Elisa Berzaghi-Freymann. 

Nach einer online-Abstimmung durften die Jury und die Gäste im Saal für ihre ganz persönliche Favoritin voten. In der Gesamtwertung überzeugte letzten Endes Speck Marlene mit 45,41 Prozent. Die Starnbergerin darf sich nun über einen nagelneuen BMW freuen sowie auf ein interessantes, abwechslungsreiches aber auch spannendes Jahr als regierende Bayerische Bierkönigin. Auf die Frage, wie sie sich während der letzten Sekunden vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses gefühlt habe meinte die 25jährige "Es war ein wundervoller Abend, ich habe nicht daran gedacht, dass ich es werden könnte."


Im stilvollen Rahmen des Wahlabends wurde auch Goldene Bieridee des Bayerischen Brauerbundes und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. verliehen.

Bayerischer Brauerbund e.V.
Oskar-von-Miller-Ring 1
80333 München
www.bayerisches-bier.de

Dienstag, 28. April 2015

Landesausstellung „Bier in Bayern“ und 500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot 2016

Aldersbach in Niederbayern wird 2016 zur Hauptstadt des Bieres


Dass eine Steigerung des Superlativs möglich ist, wird von 29. April bis 30. Oktober 2016 anlässlich der Bayerischen Landesausstellung im niederbayerischen Aldersbach bewiesen werden. Alle Anzeichen deuten auf eine herausragende Ausstellung in einer wie dafür geschaffenen Location hin.


Das Haus der bayerischen Geschichte beweist sich seit je her als kompetenter und erfahrener Veranstalter. Und was wäre als Thema für das Jahr 2016 besser geeignet als „Bier in Bayern“. 2016 jährt sich der Erlass für das Bayerische Reinheitsgebot zum fünfhundertsten Mal. Vor diesem Hintergrund wird sich die Bayerische Landesausstellung 2016 in Aldersbach der Kulturgeschichte eines Getränkes widmen, welches für Bayern seit je her etwas ganz Besonderes ist: Markenzeichen und Mythos zugleich. 


Wirtshauskultur, Klosterbrauereien, staatliche Bräuhäuser oder Biermonopole werden genauso thematisiert wie Bierkrawalle, Pioniere des Brauwesens und Facetten des Bierkonsums. Gezeigt werden auch hochwertige Trinkgefäße, Kleinodien der Brauerzünfte oder berühmte Gemälde mit Bierbezug. Moderne Medieninstallationen und Projektionen erzählen in der Darre, der Braupfanne und anderen authentischen historischen Braueinrichtungen, den Arbeitsalltag vergangener Zeiten.
Als Ausstellungsort hat sich zwischen zahlreichen anderen bedeutenden Bewerbern wie Weihenstephan, Ettal oder auch Kulmbach der kleine Ort Aldersbach in Niederbayern im Landkreis  Passau durchgesetzt. Eine Entscheidung, die besser nicht hätte getroffen werden können. Aldersbach mit seinem ehemaligen Zisterzienserkloster aus dem Jahre 1146 und der historischen Brauerei bietet einen außergewöhnlichen Rahmen für eine besondere Veranstaltung.


Seit 2012 laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die Sanierungsarbeiten sollen bis 2016 abgeschlossen und die Klosteranlage an das Haus der Bayerischen Geschichte besenrein übergeben werden. Laut Angaben von Ferdinand Freiherr von Aretin, Direktor der Brauerei Aldersbach, befinden sich die 20 Milllionen teuren Maßnahmen absolut im Zeitplan. 1400 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen für die Präsentation der Kulturgeschichte des Bieres zur Verfügung, welche komplett Barriere frei gestaltet wurden. Unter den Räumlichkeiten befinden sich eindrucksvolle Zimmer mit original erhaltenen wertvollen Freskenmalereien wie der ehemalige Bibliotheksaal mit einem Deckenfresko von Matthäus Günther aus dem Jahr 1760 oder die Wohnräume des Braumeisters. Ein weiterer ehemaliger mit Fresken bemalter Wohnraum eines Abtes macht die herausragende Bedeutung des Klosters in den Jahren 1770 bis 1780 und den Reichtum deutlich. 

Beeindruckend sind auch die Räume unter dem sanierten Dachstuhl aus dem Jahre 1683 im Renaissance Stil. Eine derart große erhaltene Holzdachkonstruktion aus dieser Zeit ist nur sehr selten zu finden. Nicht weniger geeignet für die Ausstellung sind die Gewölbekeller und die ehemalige Mälzerei sowie die Sudräume, in denen es den Gästen möglich sein wird, selbst Bier zu brauen. Dabei wurde stets auf die Balance zwischen  historisch und modern geachtet.





Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Seit 1268 wird hier Bier gebraut, Heute noch wird in der Brauerei Klosterbier von hervorragender Qualität hergestellt. Für die Schmankerlküche hat sich kein geringerer als Sterne-Koch Alfons Schubeck bereit erklärt. Er wird die traditionelle bayerische Gerichte mit seiner reichhaltigen Sammlung an Gewürzen und seinen Erfahrungen bereichern. Und die Leute nicht nur verköstigen, sondern begeistern.



Renoviert wird im Hinblick auf die Landesausstellung auch die Klosterkirche, eine bedeutende Wirkungsstätte der berühmten Asam-Brüder. Alles in allem also eine interessante Ausstellung in besonderer Atmosphäre mit einem umfangreichen Rahmenprogramm, welche von zahlreichen Themenwochen sowie Festivals klassischer und traditioneller Art begleitet wird.




Brauerei Aldersbach

Freiherr-von-Aretin-Platz 

94501 Aldersbach




Donnerstag, 16. April 2015

A Glaserl Prosecco gefällig?










In der Mark Treviso ist der Prosecco Superior zuhause: Auch wenn in der Region Veneto und der Provinz Giulia ebenfalls Prosecco hergestellt wird, der offiziell geschützte Ursprungsbereich des Prosecco Superior befindet sich in der Mark Treviso. Hier an der Strada del Prosecco ist der historische Ursprung des sprudelnden Lifestyle-Getränks. Die Provinz Treviso liegt geografisch gesehen zwischen Venedig, der adriatischen Küste und den Dolomiten.

Prosecco war ursprünglich der Name einer weißen Rebsorte, welche nur hier in der Region in den Hügeln des Prosecco Superiore wächst. Seit 2010 bezeichnet man als Prosecco nicht mehr den Namen der Sorte, sondern das Herkunftsgebiet – die Provinz Treviso. Mehr als 95 Prozent aller Glera-Trauben, wie die Weintraube neuerdings bezeichnet wird, reifen hier auf den Weinbergen der idyllischen Landschaft. Dem Getränk allerdings ist dies völlig egal, sein Geschmack spricht für sich.

Donnerstag, 26. März 2015

Frühkindliche Bildung braucht bessere Rahmenbedingungen!




 „Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinder eine gute Bindung und feinfühlige Pädagogen. Denn die emotionale Entwicklung eines Babys oder Kleinkindes beeinflusst die kognitive Entwicklung stark.“

v.l.n.r. Dr. Susanne Kristen, Marion C. Winter und MdL Doris Rauscher

Im Rahmen der Vorstandsitzung der Arbeitsgemeinschaft für Bildung Bayern (AfB) referierte Dr. Susanne Kristen über die Implikationen der Kleinkindforschung für die frühe Bildung. Dr. Susanne Kristen ist im Forschungsbereich frühkindliche Bildung an der LMU München tätig. Nach neuesten Studien beeinflussen sowohl emotionale, als auch kognitive Faktoren die kognitive Entwicklung eines Babys oder Kleinkindes. Dachte man einst eher, die Entfaltung emotionaler und kognitiver Kompetenzen würde eher parallel nebeneinander herlaufen, weiß man heute, dass für eine positive geistige Entwicklung des Kleinkindes beide Faktoren eine gleichbedeutende Rolle spielen. Das Kind körperlich zu versorgen und alleine mit intellektueller Tätigkeit anzuregen reicht demnach nicht aus. Das Kind muss auch im emotionalen Sinne in die Aktionen mit eingebunden werden.

Eine bedeutende Rolle spielt die Mutter-Kind-Aktion bis zu einem Alter von etwa drei Jahren. Mütterliche Verhaltensweisen wie Reaktionen auf die Gestik und Mimik fließen letztendlich in die kognitiven Fähigkeiten der Kinder (z.B. die Fähigkeit Verhaltensziele zu erkennen) ein. Darüber hinaus vollzieht sich die Entwicklung des Kindes in so genannten Zonen der Entwicklung. Sobald ein Kind von einer Zone in die nächste gelangt, muss dies erkannt und das Kind behutsam, also weder unter- noch überfordernd, in die nächste Zone begleitet werden. All diese Fakten wie Reaktionen auf die Gestik und Mimik fließen letztendlich in die kognitiven Fähigkeiten ein. Darüber hinaus vollzieht sich die Entwicklung des Kindes in so genannten Zeitfenstern. Sobald ein Kind in die nächste Phase eintritt, muss dies erkannt und behutsam in die nächste Stufe begleitet werden.

Dieser Bezug zum inneren Wesen des Kindes kommt bereits im Mutterleib zustande und entwickelt sich nach der Geburt weiter. Natürlich sollte auch hier der goldene Mittelweg gewählt werden. Ein Kind in seiner Entwicklung sich selbst zu überlassen ist eben so wenig dienlich, wie es permanent in den Mittelpunkt zu rücken. Für eine insgesamt positive Entwicklung des Kindes ist es also nichts desto trotz zwingend notwendig, die Signale des Kindes richtig zu erkennen und zu reagieren. Wie bindet sich nun ein Kind an die Bezugsperson?

Die Vor-Phase der Bindung entsteht in den ersten sechs Lebenswochen, welcher eine ausgeprägte Phase der Bindung bis ins Alter von 6-8 Monaten folgt. Die Phase der entstehenden Bindung liegt im Zeitraum von 1 ½ Jahren bis 2 Jahren. Ihr folgt die Phase reziproker Bindung im Alter von 1,5 bis 2 Jahren. Betrachtet man diese Daten, so muss man feststellen, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel der Bezugsperson in diesen Phasen nicht ideal ist. Er entspricht allerdings genau dem Zeitraum, in dem die Kinder momentan den elterlichen Rahmen verlassen. Kinder können zu verschiedenen Bezugspersonen Beziehungen entwickeln, wenn der notwendige Rahmen gegeben ist. In jedem Fall aber kann diese Umstellung der Kinder in den Kindertageseinrichtungen nur mit ausreichend Personal bewerkstelligt werden.

Im Hinblick darauf, muss man leider davon ausgehen, dass die Grundbedingungen in den KiTas angesichts des Betreuungsschlüssels, den wir im Moment haben, nicht gewährleistet sein können. Im Hinblick auf Gruppen von 25 Kindern mit einer Erzieherin und einer Kinderpflegerin (diese Zahlen beziehen sich auf Kindergartengruppen.), ist es diesen schwer möglich individuell auf das Kind einzugehen. Wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Kindes gehen somit verloren.

In diesem Zusammenhang berichtete Doris Rauscher MdL vom Antragspaket zur frühkindlichen Bildung der SPD-Landtagsfraktion. Beruflich kommt sie aus dem pädagogischen Bereich und sieht den Betreuungsschlüssel ebenfalls als höchst bedenklich. Die von ihr eingebrachten Anträge zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung und der Rahmenbedingungen in bayerischen Kindertageseinrichtungen, wurden bisher überwiegend mangels finanzieller Mittel von der Mehrheitsfraktion im bayerischen Landtag  abgelehnt. Wünschenswert wäre in ihren Augen auch der Ausbau multiprofessioneller Teams, die vor allem im Sinne der Inklusion in die pädagogische Arbeit mit eingebunden werden. Sie können entwicklungsunterstützend wichtige Impulse geben. Des Weiteren besteht in diesem so wichtigen Bereich akuter Fachkräftemangel. Was angesichts einer fünfjährigen Ausbildung und dem ausgesprochen niedrigem Gehalt im Anschluss nicht verwunderlich ist. In diesem Zusammenhang wies Rauscher auf das Baden-Württembergische Modell hin, in dem eine Ausbildungsvergütung eigeführt wurde. Die bisher beobachtete Entwicklung in Baden-Württemberg ist durchwegs positiv. Aus diesem Grund hat die SPD-Fraktion Mitte 2014 bereits erfolgreich einen Antrag in den Bayerischen Landtag eingebracht, der eine Weiterentwicklung der derzeitigen Ausbildungsstruktur in Bayern nach Vorbild der praxisintegrierten Erzieherausbildung fordert. Aufbauend auf diesem Antrag entwickelte das Kultusministerium erste Modellstrukturen, die voraussichtlich ab dem Schuljahr 2016/17 in die Erprobung gehen sollen. Rauscher sieht die SPD in der wichtigen Rolle, die Themen rund um die frühkindliche Bildung auf Landesebene voranzutreiben und hofft, dass durch stetiges Bemühen auf lange Sicht Positives erreicht werden kann.
Abschließend konnte festgestellt werden, dass ein steter Austausch zwischen der Wissenschaft und der Praxis stärker als bisher erfolgt, zwingend notwendig ist.

Wichtig ist auch eine Verbesserung des Stellenwerts von Erzieherinnen und Erziehern in der Gesellschaft. Tendenziell erfahren Berufe mit Kindern ein nicht sehr hohes Ansehen. „Insgesamt ist hierbei ein Umdenken notwendig. Denn in Kitas wird wichtige Bildungsarbeit geleistet und das Fundament für eine gelingende Entwicklung und schulischen und beruflichen Erfolg gelegt“ so Rauscher. „Die Politik ist dazu da, den nötigen Rahmen zu schaffen und Eltern eine wirkliche Wahlfreiheit zu ermöglichen.“
Die Entscheidung, ob eine Mutter beim Kind zu Hause bleiben will, oder lieber frühzeitig in den Beruf wiedereinsteigt, sollte ohne Wertung von außen möglich sein und von Eltern frei und mit gutem Gewissen getroffen werden können.

Den gemachten Fehlern entgegenzuwirken ist also nicht der richtige Ansatz. Auch in diesem Bereich spielt Prävention eine tragende Rolle, wir müssen bei den Jüngsten richtig beginnen und können nicht länger hinnehmen, dass unsere Jugend als Versuchskaninchen dient. Eine Einsparung gerade in diesem so bedeutungsvollen Bereich wirft die Frage auf, ob wir uns eine Generation psychisch kranker Jugendlicher heranziehen. Unsere Kinder sind die Basis für unsere Zukunft und die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft und sollten dementsprechend gefördert werden.


Sonntag, 1. März 2015

Den Braten riechen - Redensarten und Bonmots

Stell Dir vor, Du feierst eine Party und keiner geht hin. So was kommt nicht von irgendwoher. Meist liegt die Ursache in negativen Erfahrungen der anderen. Manche Menschen müssen sich nicht wundern, wenn sie aus lauter Pietätlosigkeit plötzlich ganz alleine da stehen. So geschehen bei einem Bauern aus der Fabel, welcher ein Tier zum Essen einlädt.




So eine Einladung zum Diner ist eine nette Geste möchte man meinen. Ein Essen mit Freunden – das zählt zu den schönsten Dingen des Lebens. Aber das Essen von Freunden? Unter Menschen ereignet sich so was ja Gott sei Dank nicht. In der Fabel werden allerdings häufig Tiere eingesetzt anstelle von Menschen. Um am Ende der Geschichte zu irgendeiner Moral zu kommen. Und da steigt eben dem tierischen Gast der eindeutige Geruch des gebratenen Artgenossen in die Nase. Da gibt es nur noch den unverzüglichen Rückzug. Das Tier hat den Braten gerochen und sich „vom Acker gemacht“.

Es muss nicht immer so makaber zugehen. Aber ein wenig vergleichen kann man das durchaus. Ist es nicht so, dass man gelegentlich eingeladen wird und irgendwie den Verdacht hat, der Gastgeber habe die Chose nicht ohne Hintergedanken eingeleitet. Ein Arbeitnehmer, der seinem Chef Komplimente macht um eine Gehaltserhöhung zu erschleichen. Eine Freundin, die einen gemeinsamen Spiele-Abend anregt, um am Ende dann mit der eigentlichen Frage herauszurücken. Hey, ich möchte eine Woche Urlaub machen. Aber wer kümmert sich dann um Kind und Kegel? Na, wer wohl! Man hilft gerne. Aber wenn es gar zu plump rüberkommt. Da wäre es gut, manchmal den Braten vorher zu riechen und zu wissen, dass die freundliche Einladung mit einem Haken verbunden ist. Eben so wie bei dem Bauer in der Fabel. Der aus nicht gerade integeren Gründen ein Tier zum Essen eingeladen hat. Das hat Gott sei Dank den Braten gerochen. Und wir tun das hoffentlich auch gelegentlich – ohne allzu misstrauisch zu werden.



Samstag, 28. Februar 2015

Es geht um die Wurst - Redensarten und Bonmots



Diesmal geht es "um die Wurst" 


„Es geht um die Wurst“ bedeutet im übertragenen Sinne es geht um „alles oder nichts“. Eine Wurst kann ergo über Sein oder nicht Sein entscheiden! Diese enorme Bedeutung hätte man der Wurst wohl nicht zugetraut. Und die hat sie auch im ernährungstechnischen Sinne eigentlich nicht. Obwohl sie lebensnotwendige Eiweiße und Fette enthält. Gerade in der heutigen Zeit ist das allerdings in erster Linie ein Problem des Zuviel davon als ein Zuwenig.


Der Hintergrund für diese Redewendung liegt auch nicht in existenziellen Aspekten begründet. Die Wurst galt und gilt in manchen Regionen heute noch insbesondere bei Kartenspielen, Eisstockturnieren oder anderen sportlichen Wettkämpfen als Siegertrophäe. Und da geht es dann gelegentlich schon um alles. Um das eigene Ego, um eine Gemeinschaft, welche gegen eine andere Gemeinschaft unbedingt gewinnen will, eben einfach um die Wurst. Gerade in ländlichen Gebieten - insbesondere in Bayern -wird so schon einmal um die Ehre eines ganzen Dorfes gekämpft. Darum, den anderen zu demonstrieren: wir sind die Besseren. Und da kommt es dann schon darauf an, wer die Wurst gewinnt. Das ist dann eben wieder absolut nicht „Wurst“. Was wiederum wieder soviel aussagen würde wie egal.