Freitag, 28. März 2014

Gefühlte tausend Kilometer Fahrt - So ne Bahnfahrt die ist lustig

Spiel und Spaß mit der Bahn


Nein, diesmal kein Gemecker über Verspätungen, Schienenersatzverkehr oder Ähnliches. Diesmal geht es nicht ums Beklagen über die Bahn. In diesem Fall konnte die nämlich gar nichts dafür. Allerdings hat der geschilderte Vorfall meine Ambitionen, deren Dienste häufiger in Anspruch zu nehmen nicht unbedingt gesteigert. Und ein bisserl Schuld sind sie ja irgendwie doch. Besagter Zug ist nämlich regelmäßig hoffnungslos überfüllt. Man weiß das seit Jahren, warum man nicht noch nen Waggon anhängt ist bislang ein wohl gehütetes Geheimnis. Eine Ausweichmöglichkeit hätte es also nicht gegeben, es sei denn ich wäre aus dem Fenster gesprungen. Und das wollte ich dann doch nicht.

Statt Fotos von ollen Zugabteilen hier lieber eine Aufnahme von der Weinprobe :-) 

Aber eins nach dem anderen. Ich habe mich zu einer Weinprobe in der 120 Kilometer entfernten Landeshauptstadt mit Herz verführen lassen. In so einem Fall braucht man wohl nicht drüber nachzudenken, das Auto zu nehmen. Ich weiß, dass der Zug in Richtung München immer völlig voll ist, aber um die Mittagszeit – na das dürfte kein Problem sein.

War es aber dann doch. Von Passau her kommend war der glatt schon wieder total überbelegt. Hab dann doch noch einen adäquates Platzerl gefunden, in einem Abteil mit – wie ich später erfahren habe – schwer erziehbaren Kinder. Nun, da hab ich ja auch nichts dagegen. Was mich fast zur Weißglut gebracht hätte, werde ich später zusammenfassen. Jedenfalls dauerte es keine fünf Minuten da drang ein lautes: Frau Leherin (Name aus Datenschutzgründen geändert) der Lukas (Name aus Datenschutzgründen geändert) hat Scheiße gebaut. Irgendwoher kam dann ein fünfzehnfaches Echo: Frau Lehrerin der Lukas hat Scheiße gebaut. Ich habe nicht mitgezählt, aber es waren unzählige Aufrufe in einer Zeitspanne von ca. zehn Minuten. 

Bis sich dann endlich die Lehrerin erhoben hat und den vermeintlichen Sünder auf den noch freien Platz neben ihr verbannte. Und somit gleichzeitig auf den Platz direkt neben mir. Uns trennte nur noch der schmale Gang voneinander. Was hat er gemacht. Nun, einen Fahrgast geärgert mit einem ausgezogenen Kaugummi. Zugegeben, das war nicht schön. Aber deswegen die restliche Fahrzeit ständig auf ihn einzuschimpfen und zu titulieren mit Schmeicheleien, die ich hier nicht wiederholen möchte? War das notwendig. Und noch dazu in einer Lautstärke, die es mir nicht mehr möglich machte mein Buch zu lesen. Ich empfand den Rest der Strecke als gefühlte fünfhundert Kilometer und gefühlte fünf Stunden Fahrt.


Aber damit noch nicht genug für diesen Tag. Wieder mal war das Glück auf meiner Seite. Zunächst Mal. Ich ergatterte mir nämlich auf der Heimfahrt einen der begehrten Plätze in der selbst nach 20.00 Uhr noch völlig überfüllten Bahn. Normalerweise steht auch abends die halbe Strecke mangels Platz. Nun schlau wie ich bin war ich schon auf dem Bahnsteig bevor der Zug eingefahren war. Die unstillbare Gier auf einen Sitzplatz hat mich dazu getrieben. Später füllte sich das Abteil rund um meinen Oase der Ruhe auf geheimnisvolle Weise mit einer Horde betrunkener Bayern-Fans. Na und dachte ich mir. Auch nicht weiter schlimm. 

Wäre da nicht einem das Malheur passiert, sich versehentlich auf dem Klo einzuschließen.  Er kam nicht mehr raus und wie Betrunkene nun mal so sind vermutete er offensichtlich eine Verschwörung oder einen terroristischen Anschlag auf ihn persönlich. Dementsprechend laut wurde er. Der Lokführer vernahm den Lärm und rief per Lautsprecher den Bahnbegleiter zu Hilfe. Allerdings hatte man den allem Anschein nach aber auf dem Bahnhof vergessen. Es dauerte mehrere Aufrufe und ca. eine viertel Stunde bis der sich endlich einfand, um den Inhaftierten zu retten. Und um dann gleich auch die Jugendlichen anzupöbeln. Die stänkerten zurück - logo. 

Näher möchte ich die Sache nicht mehr ausführen, die Rede bzw. das Geschrei reichte von Anzeige und Polizei bis hin zu Beleidigung und und und. Kurz, es eskalierte ohne dass es soweit hätte kommen müssen. Ein beklemmendes Gefühl überkam mich. Was wenn die zwischenzeitlich auch gegeneinander streitende Meute eine Rauferei anzetteln würde. Und ich mittendrin. Oh nein. Ich sehe schon die Schlagzeile: unbeteiligter Fahrgast von Bayern-Fahne erschlagen.  Also, Buch beiseite gelegt, um teilweise aus Neugier und teilweise aus purer Furcht der Dinge zu harren die da weiter kommen sollten. Und auch diesmal, die einzige Ausweichmöglichkeit wäre gewesen, dem fahrenden Zug spontan zu entfliehen. Alle anderen Plätze, ja auch die Stehplätze waren  bereits besetzt. Für mich also erneut gefühlte fünfhundert Kilometer und gefühlte fünf Stunden Fahrt.

Fazit: Ich vermerke diesen Tag als meine bisher längste Bahnfahrt und revidiere meine Meinung. Normalerweise kenne ich die Option, ich möchte lesen - aber der Nachbar will plaudern. Und ich erkenne nun, dass es noch wesentlich schlimmere Störungen während einer angenehmen Lese-Bahn-Fahrt geben kann als einen Nachbarn, der trotz eines aufgeschlagenen Buches sein ganzes Leben vor einen ausbreitet. 

Mittwoch, 5. März 2014

Neues aus der Europaküche


Neues aus der Europaküche: Diesmal gibt es vegetarische Spieße und Gemüse. Guten Appettit!


http://www.youtube.com/watch?v=-y-9O7wBqE4&feature=share



Gemüse lecker serviert

Samstag, 1. März 2014

Bayerische Landesausstellung 2014

"Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!"- Bayerische Landesausstellung 2014 in Regensburg






Das war vielleicht ein streitsüchtiges Sippchen. Wie oft die sich gegenseitig mit jeweils wechselnden Familienmitgliedern gekloppt haben ist nicht zu fassen. Gut, so ein kleiner Streit ums Königreich, das kennen wir ja. Aber die, die sind bestimmt unter den TOP Ten.

Und dabei stand alles unter so einem guten Vorzeichen. Der Vater hieß nämlich Ludwig der Fromme.

Zum siebenhundertjährigen Jubiläum der Königswahl "Ludwigs des Bayern" findet  vom 16. Mai bis 2. November in Regensburg eine Bayerische Landesausstellung statt. Im Mittelpunkt der große Retrospektive unter dem Titel "Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!"steht der Blick auf die damalige wirtschaftliche, politische und kulturelle Situation in einer Zeit, die von vielen fundamentalen Neuerungen geprägt wurde. Im Jahr 1314 bestieg mit Kaiser Ludwig IV. (auch "der Bayer“ genannt) der erste Wittelsbacher den Kaiserthron. Er stieß bedeutsame Reformen an, stärkte das bayerische Herzogtum und führte einen jahrzehntelangen Konflikt mit dem Papsttum in Avignon.
Mit Hilfe modernster Museumstechnikaufwändigen Rekonstruktionen und wertvollen Originalobjekten wird in der Minoritenkirche, der Kirche St. Ulrich am Dom und im Kreuzgang des Regensburger Domes Geschichte lebendig gemacht. Die Besucher erhalten tiefen Einblick in die Regentschaft des bayerischen Herzogs, deutschen Königs und römischen Kaisers Ludwig und die Umstände, wie Bayern zum Mittelpunkt in Europa wurde.
Veranstaltet wird die Ausstellung vom "Haus der Bayerischen Geschichte" und der Stadt Regensburg in Zusammenarbeit mit der Diözese Regensburg und dem "Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus".

Pressetext des Hauses der Bayerischen Geschichte

Donnerstag, 30. Januar 2014

Infos von Mehr Demokratie zum geplanten Freihandelsabkommen

Mehr Demokratie informiert über das Freihandelsabkommen

haben wir bald Genmais und Hormonfleisch auf dem Tisch? Schon bei dem Gedanken wird mir schlecht. Abwegig aber ist es nicht. USA und EU arbeiten an einem Freihandelsabkommen (TTIP). Das soll die Bedingungen für Exporte und Investitionen auf beiden Seiten verbessern. Das bedeutet aber leider auch, dass Standards heruntergesetzt werden können. Denn US-Konzerne möchten Produkte bei uns verkaufen, die bisher nicht zugelassen sind. Und: Die Demokratie wird angegriffen. Sowohl bei den Verhandlungen als auch später spielen demokratische Rechte kaum eine Rolle. Die Verhandlungen sind geheim. Weder EU-Parlament, Bundesregierung und Bundestag, noch wir Bürgerinnen und Büürger werden ausreichend informiert.

Konzerne hingegen haben einen hervorragenden Zugang zu den Verhandlungen. Was wir denken, ist nicht gefragt. Zukünftig sollen beispielsweise Konzerne Deutschland vor Schiedsgerichten verklagen können, wenn sich Investitionsbedingungen verschlechtert haben. Damit werden demokratische Entscheidungen an das Gängelband der Konzerne gelegt. Die Abgeordneten können dem TTIP nur als Ganzes zustimmen oder es ablehnen. Eine demokratische Beteiligung gibt es nicht, auch eine Volksabstimmung ist nicht vorgesehen.

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen ist auch Mehr Demokratie gegen das Abkommen auf dem Plan. Einen ersten Erfolg konnten wir bereits erzielen: Die Verhandlungen über Klagerechte vor geheimen Schiedsgerichten werden öffentlich beraten. Dies ist jedoch kein Grund zum Ausruhen: Das Abkommen soll bereits 2015 verabschiedet werden. Mit Ihnen gemeinsam wollen wir diesen Angriff auf die Demokratie abwehren. Mit anderen Initiativen starten wir eine Kampagne gegen dieses Abkommen und gegen die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Wir fordern Demokratie und Transparenz! Insbesondere werden wir prüfen, ob wir eine Europäische Bürgerinitiative gegen das Abkommen starten können. Die Kampagne wird rund 41.000 Euro kosten.

Bitte spenden Sie jetzt hier https://www.mehr-demokratie.de/ssl-spenden.html, damit wir starten und TTIP stoppen können.

Text übernommen von Mehr Demokratie e.V.
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4 |10405 Berlin

Sonntag, 19. Januar 2014

Kultusminister lässt Schüler und Lehrer im Regen stehen

Probeabitur in Bayern ein Fiasko


Kultusminister lässt Schüler und Lehrer im Regen stehen

Bayerns Kultusminister Spaenle hat das Probeabitur an die Wand gefahren: Der Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) der Bayern SPD übte deutliche Kritik daran, was der bayerische Kultusminister durch den Probelauf für das bundesweite Abitur angerichtet hat. Die Landesvorsitzende der AfB, Marion C. Winter, erklärte bei der Vorstandssitzung in Nürnberg: „Der Minister selber bleibt weit hinter den Ansprüchen zurück, welche er den bayerischen Abiturienten anlegen will und stürzt jetzt Lehrer und Schüler in Verlegenheit.

Die AfB Bayern bei der Landesvorstandssitzung in Nürnberg
In den bayerischen Abiturklassen herrscht bei Lehrern und Schülern das blanke Chaos.
Zunächst sollte das Probeabitur bekanntlich nach Wahl der Schüler als Schulaufgabe oder Stegreifaufgabe gezählt werden. Aufgeschreckt von den durchwachsenen Ergebnissen versuchte das Kultusministerium mit blindem Aktionismus alle Hebel in Bewegung zu setzen, um das bayerische Abitur weiterhin als überlegen darstellen zu lassen. Es wurde nun die zusätzliche Möglichkeit eröffnet, das Ergebnis des Probeabiturs nun gar nicht in die Noten mit einfließen zu lassen.

Mit diesem plötzlichen Rückzieher schiebt Spaenle nach Ansicht der AfB den Lehrern und Schülern den schwarzen Peter zu. Durch den knappen Notentermin – Notenschluss ist der 1. Februar – werden Schüler und Lehrer massiv unter Druck gesetzt, die nun auf einmal fehlenden Noten durch Schulaufgaben oder Stegreifaufgaben in der Kürze der Zeit nachzuholen. Im schlimmsten Fall müssen, um die fehlenden Leistungen zu erbringen, nun noch in bis zu drei Kernfächern Klausuren geschrieben werden.

Die AfB fordert Spaenle dazu auf, das Problem unverzüglich mit einer tragfähigen und klaren Regelung zu beseitigen. Das Ministerium muss den Lehrern ausnahmsweise gestatten, die Zeugnisse aus den bereits jetzt vergebenen Noten zu erstellen. Nur so kann Schaden von den Schülern und Schülerinnen abgewendet werden.



Dienstag, 14. Januar 2014

Buchrezension Die Lust des Bösen

Die Lust des Bösen

Ab Donnerstag auf dem Markt

Nervenkitzel pur bietet der Fall der jungen Profilerin im LKA Berlin: Die Autorin des Buches ist promovierte Sozialwissenschaftlerin, die Hauptfigur, Lea Lands, die erste weibliche Profilerin deutschlandweit. So lassen auch die Personenbeschreibungen der Beteiligten tief in deren Seele blicken. Blaue Augen leuchten hier nicht wie das Meer, sondern „klar und rein, mit einer unergründlichen Tiefe wie der eines Menschen, der in weite Fernen schauen kann“. Und Haare fallen über die Stirnhälfte, so dass sie „die eine Seite verschatten und der anderen Gesichtshälfte ein unabhängiges Eigenleben verleihen“.

In ihrem Beruf ist die Hauptperson eben ständig auf der Suche nach dem Bösen, das tief innen in jedem Menschen schlummert. Fasziniert von den Serienkillern dieser Welt analysiert sie mit Vorliebe auch den Massenmörder Adolf Hitler und ist auf der Suche nach der Antwort nach dem „Warum?“. Spielend kann sie sich in die Gedankengänge der grausamsten Menschen, die dieser Planet je gesehen hat, hineinversetzen.

Zielstrebig tritt sie ihre Stelle beim LKA Berlin an mit ihrem Kollegen Max Hofmann, einem Polizisten aus Leib und Seele kurz vor seiner Pensionierung. Und einer ersten Begegnung, welche alles andere als ermutigend ist. Sehr klischeehaft und in zahlreichen Krimis ein gerne verwendetes Thema. Ein alter Kollege mit einer bissigen, rauen Fassade, welche – ganz vorhersehbar – von der jungen Kollegin zum Einsturz gebracht wird. Allerdings steckt hinter diesem Fall ein ganz besonders tiefer Abgrund, den es zu enthüllen gilt.

Auffallend sind zahlreiche Schilderungen, welche versuchen die radikalen Gruppierungen von der rechten Partei abzugrenzen und sie als Einzelkämpfer, welche nichts mit dem heutigen nationalsozialistischen Gedankengut zu tun haben zu bagatellisierren. Was doch gelegentlich den Anschein vermitteln könnte, die Autorin wolle die Ziele der „Neuen“ Partei rechtfertigen.

Sehr schnell absehbar ist auch, wer der Täter ist. Täter und Opferrollen stehen fest. Was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut, geht es hier doch darum, die Seelenleben zu erforschen, die Motive zu ergründen und zugleich um eine Suche nach Träumen und einem vergessenen Reich. Es gilt, Einblick in die Gedanken eines grausamen Sadisten und seiner kranken Fantasien zu gewinnen. Glücklicherweise  werden die Schilderungen eines bestialischen Mordes auf ein paar wenige Seiten reduziert, um das Werk nicht in ein blutlüsternes Niveau absinken zu lassen. Zwischendurch wird der Thriller sogar ausgesprochen erotisch und dann wieder grenzenlos brutal. Ein gelungener Schwenk zwischen Handlungsorten und Zielpersonen, eine Liebesgeschichte und den tiefen Abgründen der menschlichen Seele. Was alles in allem dem Aufbau des Spannungsbogens zu Gute kommt. 

Zwischendurch sind  die Ermittlungen etwa unschlüssig. Die Autorin macht diese Lücken aber durch die flüssige Art zu schreiben wieder wett. In den letzten Kapiteln überschlagen sich die Ereignisse, es kommen neue Aspekte hinzu. Das Ende wirkt etwas hektisch, als wäre nicht mehr genügend Platz in dem Buch gewesen oder keine Zeit mehr geblieben. Dabei hätte der Leser gegen ein Weiterlesen der spannenden Lektüre sicher keine Einwände.

Offen und somit Gedanken anregend für den Leser bleibt auch, ob es der Profilerin am Ende gelingt, eines der wichtigsten Prinzipien ihres Berufes zu beherzigen. Profiler müssen umschalten können und Distanz halten zwischen den Schicksalen der Familien und dem Privatleben. Denn „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein“ (Friedrich Nietzsche)


Der Thriller gibt Einblicke in die Psyche des Menschen, nebenbei enthält er informative Hinweise über die Historie und das Gedankengut der rechten Szene. In erster Linie aber ist es in psychologisch fundiertes, spannendes, facettenreiches und zugleich sinnliches Werk.


Donnerstag, 9. Januar 2014

Die Erlebnisbrauerei im churfränkischen Miltenberg



Die Brauerei Faust in Miltenberg braut ganz spezielle Biere


Bierräritäten zum Studieren und Probieren: „Woanders werden Schätze gesucht, bei uns gebraut“ lautet das Motto der Brauerei Faust in Miltenberg. Eine Brauereibesichtigung in der Brauerei ist ein wahrliches Sinnes-Erlebnis. Während einer Wanderung durch das Sudhaus oder den Gärkeller erfährt der Gast allerlei rund ums Bier und auch über die Spezialitäten und Besonderheiten des „faustschen“ Bieres. Natürlich dürfen diverse Biersorten dabei auch probiert werden.



Der Blick vom Brauturm eröffnet einen traumhaften Ausblick über die Dächer Miltenbergs


Die Faust-Bierraritäten sind außergewöhnliche Spezialitäten, deren Herstellung und Geschichte sie zu etwas ganz besonderem macht. Das Bier lagert in von Fackeln beleuchteten Felsenkellern. Als besonderes Erlebnis während des Rundganges gilt auf jeden Fall der Besuch im Eiskeller und der Schatzkapelle aus dem Jahr 1631. In den historischen Gewölben mehr als 30 Meter unter Sandsteinfelsen reifen die Kostbarkeiten wohl behütet zu einem ganz besonderen Genuss heran, den man getrost als Schatz bezeichnen darf. Eine wahre Goldgrube für den Biertrinker.

Zwölf Spezialitäten offeriert die Brauerei Faust, darunter auch das Pils alkoholfrei oder das Schweinviertler, benannt nach dem ältesten Stadtviertel Miltenbergs. Eine besondere Sorte ist der holzfassgereifte Eisbock, welcher im Jahr 1890 erfunden worden sein soll. Der Legende zufolge hatte ein Brauergeselle abends keine Lust mehr, die Bockbierfässer in den Keller zu rollen. Während der Winternacht erstarrte das Bier zu Eis, woraufhin der Braumeister den Gesellen zur Strafe befahl, die Flüssigkeit in der Mitte der Eisblöcke zu trinken. Dass dies durchaus keine Strafe darstellte beweist heute die Beliebtheit des malzig-süßen Gebräus. Seine charakteristische Milde erreicht das Bier durch das monatelange Ausfrieren in Holzfässern.



Das reichhaltige Sortiment der Brauerei wird in der Schatzkammer aufbewahrt
Etwas ganz Besonderes ist auch das Auswandererbier 1849. Es wird stark mit Hopfen durchsetzt und haltbar gemacht und wird besser je länger es aufbewahrt wird. Ursprünglich wurde es für die zwischen 1850 und 1891 knapp 4 Millionen Deutschen gebraut, welche in die USA auswanderten. Unter ihnen befand sich auch August Krug, der Sohn des Besitzers der Brauerei „Zum weißen Löwen“, dem Vorgänger des Brauhauses Faust. Fürsorglich hatte der Vater ein Rezept gezaubert, bei dem mithilfe von hohem Alkoholgehalt und eine extremen Hopfenbittere das Bier nicht vererben sollte. Der Sohn sollte schließlich die lange Überfahrt nicht ohne das geliebte Getränk auskommen müssen. Heute wird das Bier in Anlehnung an das Originalrezept in memoriam an die beiden Brauer mit deutschem und amerikanischem Hopfen gebraut. Ein besonderer Tropfen, der - so lautet die offizielle Beschreibung - nach tropischen Früchten und Blumen mit einer leichten Süße im Antrunk schmeckt, der eine kräftige Bittere folgt,

Das Mainland Miltenberg-Churfranken zeigt sich vielseitig, naturbelassen entlang des Fränkischen Rotweinwanderweges, kulinarisch nicht nur traditionell in Miltenberg, sondern auch außergewöhnlich in der Eisenbahngaststätte Amorbach und traditionsbewusst in seinen Betrieben wie z.B. in der Brauerei Faust.


Mainland Miltenberg-Churfranken e.V.
Hauptstraße 57
D-63897 Miltenberg
Tel. +49 (0) 9371 660 69 75, info@churfranken.de