Mittwoch, 13. Februar 2013


Der große Optiker und Physiker Joseph von Fraunhofer (1787-1826)
wurde in der Gäubodenmetropole Straubing geboren

Der Politische 

Aschermittwoch in 

Bayern

Wer von den Parteien was auf sich hält, der zeigt Präsenz am politischen Aschermittwoch. Und – jedes Jahr dasselbe - eine jede schielt darauf, zu welcher Veranstaltung wohl dieses Jahr die meisten Leute erscheinen. Da wird schon mal getrickst, was die Besucherzahl angeht. Laut Rechnung der SPD nämlich passen in den Veranstaltungsort der CSU nämlich gar nicht so viele Leute rein wie diese als Besucherzahl angeben.  Man stelle sich das bildlich vor: wie sie unter den Tischen und Bänken noch versuchen einen Platz zu finden. Aber genau das entspricht ja wohl der Stimmung einer Bierzeltatmosphäre. Die ist nämlich ein Muss beim politischen Aschermittwoch. So als ob man in der Kneipe seiner Wahl gemeinsam mit den Stammtischbrüdern um die Wette lästert. Die höchste Auszeichnung hat der, welcher auf der Bühne seine Worte möglichst blumig, redegewandt und mit einem Seitenhieb auf den politischen Gegner unter die Leute bringt.


Ursprünglich ist der politische Aschermittwoch eine rein bayerische Angelegenheit gewesen, mittlerweile findet man aber auch Nachahmer in anderen Bundesländern. 1580 trafen sich erstmals bayerische Bauern in Vilshofen an der Donau zum Vieh- und Rossmarkt und echauffierten sich heftig über die königlich-bayerische Politik. 1919 rief der Bayerische Bauernbund erstmals zu einer offiziellen  Kundgebung auf. Dieses Jahr gilt deshalb als eigentliches Geburtsjahr des politischen Aschermittwochs.
Ab diesem Zeitpunkt palaverten am  politischen Aschermittwoch vor allem Bauernparteien, bis 1933 die NSDAP einen starken Zulauf erhielt. Na ja,  und wie mit Beginn der NS-Diktatur dann die politischen Diskussion abliefen ist ja hinlänglich bekannt. Erst 1946 legte die Bayernpartei eine Gründungsveranstaltung auf den Aschermittwoch und rief diese Tradition erneut ins Leben.
Heute treffen sich alljährlich die Anhänger der SPD sozusagen am Geburtsort des Aschermittwoch in Vilshofen, die CSU lamentiert in Passau in der Dreiländerhalle, die Freien Wähler präsentieren sich in Deggendorf und  die bayerische FDP in der Straubinger Joseph-von-Fraunhofer-Halle. 
Ilz und Inn verlieren sich in der Donau in der Dreiflüssestadt Passau