Endstation Bornholmer
Straße Berlin
Es ist
nichts Außergewöhnliches eine Brücke zu überqueren. Sofern sich nicht ein
geschichtsträchtiges Ereignis dahinter verbirgt. Vor nicht allzu langer
Zeit – relativ gesehen - war es ganz und gar nicht selbstverständlich, die
Bornholmer Brücke in Berlin zu überschreiten. Geschichten über den Mauerfall,
das Leben in der ehemaligen DDR; Bände wurden gefüllt mit den Ereignissen von
vor zwanzig Jahren. Örtlichkeiten an denen die Geschichte erahnt werden kann
entstanden zu Hauff. Was macht explizit dieses Teil aus Eisen so besonders
interessant.
Bis
1961 erfüllte die Bösebrücke ihre Aufgabe bevor sie mit der Errichtung der
Berliner Mauer nur noch von wenigen Personen passiert werden konnte. Sie
gehörte Sektor mäßig bis auf 30 Meter zu Ost-Berlin. Der Bahnhof Bornholmer
Straße wurde fast 40 Jahre lang nur noch durchfahren. Er zählte während dieser
Zeit zu den so genannten Geisterbahnhöfen. Eine Haltestelle ohne Halt, an der
die Züge nur noch verbeibrausten.
Demnächst
wird an der Brücke auf der ehemals Ost-Seite eine neue Gedenkstätte eröffnet.
Mit Informationstafeln und Hintergründen. Der Übergang Bornholmer Straße ist
keineswegs irgendeine Grenze. Es handelt sich um den ersten Grenzübergang, der
in der Nacht vom 09. Au den 10. November 1989 eröffnet wurde. Plötzlich musste
das Gestänge dem Gewicht von mehreren hunderten Personen stand halten. Am Grenzübergang
Bornholmer Straße wurde der Fall der gesamten Berliner Mauer eingeläutet. Kurz
nachdem Günter Schwabowski in einer Pressekonferenz gegen 19.00 Uhr die
Reisefreiheit für die DDR-Bürger verkündete. Die Meldung „ab sofort“ war der
Startschuss für eine Ausreisewelle in den Westen, die nicht mehr aufzuhalten
war. Mittlerweile wuchs die Menschenmenge auf 20.000 Menschen. Gegen
23.30 Uhr ist die Grenze geöffnet.
Heute
überqueren die Menschen den historischen Ort als wäre es nie anders gewesen.
Als hätte es die vierzig Jahre Endstation gar nicht gegeben. Längst schon
hindern keine Schranken mehr den Übergang. Der ehemalige Grenzübergang, das Tor
zum Westen, ist heute Teil des Stadtringes. Die S-Bahn-Station ist wieder in
Betrieb, die Straßenbahnen fahren nicht nur. Sie halten auch wieder. An einer
Station, an er die Schriftzüge innerhalb der Station noch an „alte Zeiten“
erinnern. Sie wurden nämlich nicht ausgewechselt. Damals weil die Haltestelle
nicht befahren wurde und es ohnehin keiner zur Kenntnis genommen hätte. Heute
vielleicht, weil sich darin in Stück Nostalgie wiederfinden lässt. Oder
Ostalgie wie manche es nennen mögen.
Kontakt
BerlinOnline
Stadtportal GmbH & Co.KG
Karl-Liebknecht-Straße
29
Tel.
+49 (0) 030 2500 25